Rezensionen

Rezensionen Helga König zu DVDs

Rezension: Henri 4

Henri 4 ist die Verfilmung der beiden Romane Heinrich Manns, die das Leben dieses französischen Königs beschreiben. Ich habe diese Romane vor langer Zeit gelesen und kann mich leider an die Details nur noch bedingt erinnern, zumal die Erinnerung vom mehrfach gesehenen und auch rezensierten Film Die Bartholomäusnacht überlappt wurde, der sich allerdings auf einen Roman von Dumas bezieht, die Geschehnisse um die Bartholomäusnacht im Fokus hat und dabei den Schwerpunkt auf die Protagonistin Dumas, Königin Margot, setzt.

Im vorliegenden Film nun geht es um das Leben Henris, der zunächst als ein ein schöner Prinz und in der Folge als ein wirklich gut aussehender Mann dargestellt wird, hervorragend gespielt von dem französischen Schauspieler Julien Boisselier.

Nach einer kurzen Eingangsszene, deren Handlungszeit das Jahr 1620 ist und in der eine Pariser Marktweib (gespielt von Katharina Thalbach) den Tod des Königs öffentlich betrauert, beginnt die Filmhandlung etwa 1770 in Navarra. Hier wächst Henri als Prinz unter Bauern auf, die seine Spielgefährten sind und zu denen es ihn immer wieder hinzieht.

Man erlebt den Seher Nostradamus, der dem Kind eine Zukunft als König von Frankreich voraussagt. Dort regiert allerdings zu diesem Zeitpunkt Katharina von Medici (Hannelore Hoger, eine wirklich gelungene Besetzung. Die Schauspielerin spielt die Rolle glaubhaft), die immerhin drei Söhne und eine Tochter hat. Es gibt also zunächst keinen Anlass auf den Königsthron zu hoffen, zumal Henri von Geburt an Hugenotte ist und auch deshalb in Frankreich alles andere als gute Karten hat.

Seit seiner frühesten Jugend muss er in Glaubenskriegen für die Sache der Hugenotten kämpfen. Im Film werden sehr viele, überaus grausame Schlachtszenen gezeigt. Henri bekennt sich zu seiner Angst auf den Schlachfeldern und lernt sie so zu überwinden, ist aber von all den kriegerischen Auseinandersetzungen nicht wirklich überzeugt. Er möchte leben, lieben, nicht immerfort töten und schon gar nicht sterben.

Die Frauen liegen ihm zu Füßen, denn er ist ein Schürzenjäger, der es versteht allen Frauen unterschiedlichen Standes den Hof zu machen. Seine ehrgeizige Mutter schließlich drängt ihn dazu, Margot zu heiraten, um auf diese Weise den Einfluss der Hugenotten in Frankreich zu stärken. Dabei ist Hoffnung, dass den kranken Söhnen von Katharina nur ein kurzes Leben beschieden ist, nicht aus der Luft gegriffen.

Henri begibt sich nach Paris. Die Beziehung zu Margot entwickelt sich sexuell aggressiv. Die beiden heiraten gegen den Willen Margots, die auf den schönen jungen Mann herabsieht. Sie ist die Königin der Nacht, die wegen ihrer vielen Liebhaber bekannt ist.

Thematisiert wird die Hochzeit und die darauf folgende Bartholomäusnacht, während der Tausende Hugenotten, die mit ihrem König die Vermählung feiern wollen, in Paris sterben. Katharina hat die Hugenotten unter einem friedlichen Vorwand nach Paris gelockt, um sie ein für allemal auszulöschen.

Henri gelingt die Flucht nach Navarra. Das emotionale Band zu Margot ist zerschnitten. Sie hat ihn und seine Freunde verraten. Ihn nicht gewarnt. Er grenzt sie aus seinem Leben, lernt eine andere Frau kennen. Sie wird die Liebe seines Lebens.

Henri wechselt aus machtpolitischen Gründen mehrfach seinen Glauben und es gelingt ihm , nachdem die Söhne Katharinas und schließlich sie selbst sterben, die Macht an sich zu ziehen und tatsächlich König von Frankreich zu werden. Nun endlich kann er seinen Traum, Religionsfreiheit für alle Franzosen, zur Wirklichkeit machen.
Dass dies dem Papst nicht schmeckt, dürfte klar sein. Ihm schmeckt auch nicht, dass er sich von Margot scheiden möchte, um seine schwangere Geliebte zu heiraten. Zu dieser Ehe kommt es letztlich nicht, weil man die hübsche Französin vergiftet.

Nun geht Henri eine Vernunftehe mit der Katholikin Maria von Medici ein. Im Film wird sie als eine hässliche, dicke, höchst unsympathische Frau vorgestellt, die selbst für einen Schürzenjäger eine Zumutung ist. Maria macht ihm die Hölle wegen seiner Affären und lässt ihn schließlich ermorden, um selbst an die Macht zu kommen......

Ob die Filmhandlung nun hundertprozentig mit den geschichtlichen Begebenheiten übereinstimmt, ist nicht mein Thema. Der Film hat es geschafft, ein sehr gutes Historienbild zu zeichnen und klar zu machen, wie aberwitzig religiöse Auseinandersetzungen sind. Das Blutbad in Paris war eine Vorankündigung auf die Religionskriege in Deutschland. Insofern war es keine schlechte Idee des Regisseurs Dr. Jo Baier die Rollen primär mit deutschen Schauspielern zu besetzen.

Empfehlenswert.

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Rezension: Rosamunde Pilcher: Die Muschelsucher (DVD

Dies ist die Verfilmung des gleichnamigen Romanes der Bestsellerautorin Rosamunde Pilcher. Es ist das einzige ihrer Bücher, das ich gelesen habe, vor langer Zeit. Den Film sah ich mir an, weil die von mir hochgeschätzte Vanessa Redgrave die Hauptrolle spielt und Garant für ein entsprechend erfreuliches Film- Niveau ist, das allein schon durch ihre Mimik dokumentiert wird.

Die Dialoge waren übrigens nicht schwülstig und soweit o.k. In dem Streifen werden auch keine Internet-Millionäre, Landärzte oder Golfhotelbesitzer geheiratet. Von Interesse ist in diesem Zusammenhang ein unspektakulär aussehender Gärtner.

Penelope Keeling (Vanessa Redgrave), die Protagonistin, ist die Tochter eines britisches Malers. Die Filmhandlung spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal zu Beginn der 1980er Jahre. Hier ist Penelope 64 Jahre alt, hatte gerade einen leichten Herzinfarkt, lebt alleine in einem Cottage und wird aufgrund ihres Infarkts von ihren Kindern bedrängt, ihr Leben zu verändern, wozu Penelope nicht der Sinn steht.

Die andere Zeitebene sind die Jahre im zweiten Weltkrieg, die Jahre von Penelopes Jugend, von ihrem Irrtum in der Liebe und die Erklärung dessen, weshalb aus ihr der Mensch wurde, den sie auf der zweiten Zeitebene verkörpert. Eine selbstbewusste, kluge, sensible Frau, die sich selbst genug ist und ihren erwachsenen Kindern nicht auf die Nerven fallen möchte.

Ich möchte die Filmhandlung nicht nacherzählen. Gefallen haben mir die wunderschönen Landschaftsbilder und die Tatsache, dass dieser Pilcher-Film relativ frei von Kitsch ist.

Nachdem Penelopes große Liebe im Zweiten Krieg fällt, entscheidet sie sich dafür, sich mit Notwendigkeiten zu arrangieren, bleibt zunächst bei ihrem ungeliebten Ehemann, lässt sich schließlich scheiden, um, nachdem ihre drei Kinder erwachsen sind, alleine in einem Cottage zu leben und dort ihren Garten zu pflegen.

Penelope, keine Träumerin, beginnt sich mit ihrer Vergangenheit erst wieder zu beschäftigen als die Gemälde ihres Vaters an Wert steigen und die beiden älteren Kinder sich die Bilder, die bei ihr im Haus hängen, am liebsten unter den Nagel reißen würden. Ihnen mangelt es an Respekt vor den Werken ihres Großvaters und dem Eigentum ihrer Mutter. Nichts ungewöhnliches in der heutigen Erbengeneration.

Penelope trifft schließlich ihre Entscheidungen, die Spiegel ihrer Vergangenheit sind.......

Gut fand ich, dass dieser Film deutlich macht, wie fatal sich Entscheidungen im emotionalen Bereich gestalten können, wenn man nicht wirklich ganz genau den Worten seiner inneren Stimme lauscht, sondern sich stattdessen vom Moment blenden lässt.
Empfehlenswert.

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Rezension:Aus dem Leben der Hildegard von Bingen.

Die Verfilmung wesentlicher Momente aus dem Leben der Hildegard von Bingen (1098- 1179) seitens der Regisseurin Margarethe von Trotta habe ich mit großer Anteilnahme gesehen. Dies hängt damit zusammen, dass ich nicht nur eine Biographie über ihr Lebens gelesen habe, sondern mich auch mit Texten, die sie geschrieben hat, befasst habe und die Klöster besuchte, in denen sie einst lebte und wirkte. In meinen Augen war sie eine der faszinierendsten Frauen ihrer Zeit. Klugheit, Widerständigkeit, Durchsetzungsvermögen und ein starkes Selbstbewusstsein ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Das macht übrigens auch der Film deutlich.


Zu Beginn erlebt man das achtjährige Mädchen auf dem Weg in das Kloster Disibodenberg an der Nahe, wo für sie das Leben einer Nonne vorgezeichnet war. Jutta von Sponheim wird dort ihre Lehrmeisterin. Mit einem gleichaltrigen Mädchen, deren Namen ebenfalls Jutta ist, beginnt  ihr klösterliches Leben als Benediktinerin.


Die junge Hildegard (Barbara Sukowa) beobachtet mit viel Skepsis das Flagellantentum in ihrer Zeit und muss beim Ableben ihrer Lehrerin Jutta feststellen, dass auch dies sich selbst bewusst körperlichen Schmerz zugefügt hat. Über Selbstbestrafung schreiben Psychologen heute dicke Bücher. Dabei wird aufgezeigt, dass durch den selbst zugefügten körperlichen Schmerz, der seelische Schmerz verringert werden soll.


Die Nonnen teilen sich das Kloster mit Benediktinern, mit denen Hildegard immer wieder in Konflikt gerät. Als sie zur Äbtissin wird, nachdem Jutta verstorben ist, bekennt sich offen zu ihren "Gesichten" und schreibt mit Erlaubnis des Papstes nach Fürsprache von Benedikt von Clairvaux, was sie als Mystikerin sieht. Sie wird offensichtlich der göttlichen Lichtes zuteil und verkündet das Gebot der Liebe. Ihre Kritiker bezichtigen sie der Geltungssucht.


Hildegard wirkt beinahe entrückt in ihrem Sendungsbewusstsein bis die junge Nonne Richardis in ihr Liebesgefühle erweckt, die es nicht einfach machen, ihren Besitzanspruch an das Mädchen aufzugeben. Im Film wird eine unterdrückte lesbische Beziehung angedeutet, ob diese der Wirklichkeit entsprach, sei dahingestellt.


Die Mystikerin setzt nach vielen Auseinandersetzungen mit dem Abt von Disibodenberg durch, mit ihren Nonnen den Ort an der Nahe zu verlassen und errichtet auf dem Rupertsberg bei Bingen ein eigenes Kloster. Von dort aus korrespondiert sie mit den Intellektuellen ihrer Zeit und trifft sich mit dem zukünftigen Kaiser Friedrich Barbarossa , mit dem sie im Film in dessen Pfalz in Ingelheim Schach spielt. Dies ist ein äußeres Zeichen der Anerkennung ihrer Person und ihrer Denkfähigkeit..


Der Film endet nicht mit ihrem Tod, sondern damit, dass sie sich, bereits betagt, doch immer noch zielbewusst, auf Vortragsreise begibt. Hildegard ist eine Intellektuelle und Männern wie dem Franzosen Abaelardus durchaus geistig ebenbürtig. Das ihr Ruf bis ins Heute nachwirkt und man sogar einen Film über ihr Leben gedreht hat, hängt weniger mit ihren Kräuterkenntnisse und ihren Visionen zusammen als mit der Tatsache, dass sie als Frau ihren eigenen Weg ging und damit Frauen bis zum heutigen Tag verdeutlicht, dass dort, wo eine Wille ist, sich auch Möglichkeiten eröffnen diesen durchzusetzen, wenn dieser Wille für eine gute Sache zweckdienlich ist.

Barbara Sukova  hat die Rolle der Hildegard von Bingen  nach meinem Dafürhalten  vollkommen ausgefüllt.


Die Qualität der vorliegenden DVD ist deckungsgleich mit der Qualität der Verfilmung, die man heute in der ARD übermittelt bekam.

Empfehlenswert.

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Rezension:Heinrich - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 4/1977 (DVD)

Dieser Film von Helma Sander-Brahms aus dem Jahre 1976, der mit der Goldenen Schale des Deutschen Filmpreises sowie dem Filmband in Gold für das "Beste Drehbuch" ausgezeichnet wurde, hat mich kürzlich veranlasst, eine Biographie über Heinrich von Kleist zu lesen. Im Gegensatz zu besagter Biographie beginnt der Film mit Kleists Lebensende. Von dort aus werden immer wieder Lebensrückblicke eingeblendet, die die enorme Todessehnsucht des Dichters begreifbar machen.


Deutlich gemacht wird, dass Kleist (Heinrich Giskes) ganz offensichtlich homosexuelle Neigungen hatte. Ob er diese in jungen Jahren mit seinem Jugendfreund Ernst von Pfuel auslebte, lässt der Film offen.

Auch zu seiner Schwester Wilhelmine, mit der er nach der Entlobung von der Generalstochter Wilhelmine von Zenge, die er mit seinen intellektuellen Briefen m.E. überfordert hat, nach Paris reist, unterhält er eine Beziehung, die inzestuöse Züge zu haben scheint.

Mit allen Menschen, die ihm nahe stehen, möchte Kleist sterben, aber nicht leben und findet schließlich in der krebskranke Henriette Vogel (Hannelore Hoger), die Frau, die mit ihm gerne in den Tod geht.

Vielleicht will Kleist mit den ihm nahestehenden Menschen sterben, weil die Gesellschaft ein Zusammenleben mit einem Mann, einer verheirateten Frau und einer Schwester für einen Mann, auch wenn er Heinrich von Kleist heißt, nicht billigt und ihm das Leben insofern öde erscheint.

Man erlebt Kleist als Leutnant der preußischen Garde. Er ist musisch begabt, dichtet und leidet, wenn junge Soldaten ausgepeitscht werden. Er schließt die Augen während der Geschehnisse.

Man erlebt den jungen Dichter auch über die Leichenfelder von Aspern ziehend, und dort die toten Soldaten zum Abschied küssend. Heinrich ist seit Aspern depressiv. Er beginnt ein Jurastudium, bricht es ab, dichtet, wird dabei von seiner Melancholie immer mehr aufgezehrt und macht seinem Leben ein Ende.

Wenn Kleist tatsächlich homosexuell war, wird er vermutlich darunter gelitten haben, seine Neigung nicht haben ausleben zu dürfen. Er sublimierte, indem er schrieb. Vielleicht brachte er sich der Einsamkeit halber um. Der Film legt diesen Schluss nahe.

Empfehlenswert.



Rezensionen:Die Halbstarken / Edition Deutscher Film (DVD)

Eine Filmhandlung nachzuerzählen, die bei Wikipedia exzellent wiedergegeben ist, halte ich für unergiebig. Ich habe diesen einst kultigen Schwarz-Weiß-Film aus dem Jahre 1956 am Samstag erstmals gesehen. Dabei ist mir Einiges aufgefallen, das mir klar gemacht hat, weshalb die Generation der Kriegskinder, die in frühen 1950ern Teenager waren, mir stets fremd geblieben sind. Diese Generation wurde einerseits noch sehr geprägt durch die Naziideologie, die ja im ersten Jahrzehnt nach 1945 noch immer durch die Köpfe vieler Deutscher waberte und andererseits durch die neuen Einflüsse aus Amerika, der dort gerade angesagten Musik, der für die damalige Verhältnisse lässigen Kleidung, der Autos und des neuen Gurus, der Geld hieß, dem man huldigte, weil man ihn brauchte, um sich die begehrten Dinge kaufen zu können. Die Eltern nämlich spielten nicht mit, wenn es um solche Wünsche der Teenager ging, sprich sich "Ami-Kram" zu kaufen.

Infrage gestellt wurde von diesen jungen Menschen wenig, die Revolte, die sich in Gangs wie jenen von Freddy Borchert (Horst Buchholz) darin zeigt, dass sie aufgrund krimineller Handlungen zu Geld kommen wollen, um sich von dem spießigen biederen Outfit der Vorgeneration abzugrenzen, zeigt, dass sie sich im Grunde nur wenig von diesen Hakenkreuzfahnenschwingern unterscheiden, die sich ja auch problemlos der Fleischtöpfe der Nachbarländer bemächtigt haben, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Auffallend an diesen Halbstarken der frühen 1950er Jahre ist ein extremer Mangel an Rechtsbewusstsein, wenn man dem Film Glauben schenken darf. Dieses neue Rechtsbewusstsein benötigte in der jungen Demokratie noch Jahre, bis es die Köpfe vieler Bürger wirklich erreicht hatte.

Die Frauen und jungen Mädchen im Film werden alles andere als gleichberechtigt behandelt, sondern als Objekte für Küchen- oder Liebesdienste betrachtet und sie lassen dies protestlos zu. Respekt vor Frauen gab es offenbar nicht. Nonne oder Hure. Basta. Das machen die Filmszenen eindeutig klar. Das Idol der Männer war die laszive Blondine. Zu dieser trimmten sich bereits sehr junge Mädchen, wie Sissi (Karin Baal), die angeblich für Geld schon als halbes Kind zu allem fähig waren. Männer werden scheinbar zu Erfüllungsgehilfen für die materielle Begehrlichkeiten von Frauen. "Ich habe es ja nur für Mama, meine Frau oder meine Geliebte getan!" Es lebe die Projektion. Die Frau der Sündenbock der 1950er Jahre.

Am Beispiel von Freddys Vater einem typischen Tyrannen aus jenen Jahren, wird klar gemacht, welcher Mangel an Empathie in den Familien herrschte. Die Prügeleien in der Gang Freddys zeigen, dass man friedfertigen Umgang miteinander noch nicht erlernt hat.

Keineswegs überrascht hat mich, dass die Darsteller im Film geradezu manisch rauchen. Auch im Hinblick auf die gesundheitlichen Schäden von Nikotin gab es keinerlei Bewusstsein.

Der Film ist eine wunderbare Studie über die frühen 1950er Jahre und insofern empfehlenswert.

 www.studiocanal.de
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Rezension:Berlin-Alexanderplatz - Arthaus Collection Literatur (DVD)

Bei "Berlin Alexanderplatz" handelt es sich um eine Literaturverfilmung nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Döblin. Es ist empfehlenswert, zuvor das Buch zu lesen oder aber sich zumindest bei Wikipedia über die Filmhandlung kundig zu machen, denn der Streifen ist aus dem Jahre 1931 und der Ton insofern seiner Zeit gemäß. Zudem nuscheln die Schauspieler einen Berliner Slang, den man leider nicht immer sofort versteht. Die Filmkunst stand noch in ihren Anfängen, die Kameraführung lässt sich mit jener aus heutigen Tagen nicht vergleichen, viele Sequenzen wirken beinahe wie Theateraufnahmen. Uns wird also ein Stück Filmgeschichte entgegengebracht und genau diese gilt es zu werten.

Um den Film wirklich zu verstehen, sollte man sich aber nicht nur vorab über die Filmhandlung schlau machen, sondern sich auch im Rahmen des Bonusmaterials die Dokumentation zu dem Hauptdarsteller Heinrich George ansehen. Diese Dokumentation zeigt das facettenreiche Leben dieses begnadeten, erfolgreichen Schauspielers und Theaterintendanten, der seitens seiner Neider nach der NS-Zeit denunziert wurde, indem man ihn bezichtigte, ein Nazi zu sein, was nachweisbar nicht stimmte. Der Schauspieler wurde in dem sowjetischen Speziallager Nr. 7 in Sachsenhausen vielmals verprügelt und verstarb dort vermutlich an einem Hungerödem.


Im Gegensatz zum Protagonisten des Films "Berlin Alexanderplatz" erhielt dieser Seelenmensch keine zweite Chance.

 
Seine Söhne, vor allem Götz George, auch der Faust-Darsteller Will Quadflieg u.a. berichten über Heinrich George, seine Spielleidenschaft, seine Kollegialität, seine Fairness, sein Können, berichten darüber, dass er zu Beginn der Nazizeit nicht mehr spielen durfte, weil er als Kommunist galt, sich seiner Spielleidenschaft wegen arrangierte und auch Rollen in Durchhaltefilmen wie "Kolberg" und in Gesinnungsfilmen wie "Jud Süß" übernahm. Schauspieler, die dies nicht taten, durften ihrem Beruf nicht nachgehen.

Parteimitglied wurde George nie. Außer zu offiziellen Anlässen hat er nach einhelligen Aussagen die Nazis gemieden.

Im Film spielt George den aus dem Gefängnis entlassenen Franz Biberkopf. Dieser saß dort vier Jahre ein, weil er seine Frau erschlagen hatte. Er will in der Großstadt wieder Fuß fassen, gerät auf die "schiefe Bahn", verliert seinen Arm, verliert auch seine Geliebte, eine Prostituierte, die ermordet wird und schafft es bei aller Unbill, sich dem Milieu, in das er geraten ist, zu entziehen und einen Neuanfang zu machen..

Heinrich George spielt seine Rolle überzeugend. Der Film wird von seiner Gestik und Mimik getragen. Es handelt sich um eine Milieustudie, die begreifbar macht, in welchen Nöten die Menschen Anfang der 1930er Jahre lebten. Diese Nöte der Menschen damals in Berlin werden durch die Kamera beeindruckend eingefangen.

Empfehlenswert.
 
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Rezension:Die große Illusion - Arthaus Collection Französisches Kino (DVD)

Der vorliegende Film des Regisseurs Jean Renoir aus dem Jahre 1937 befasst sich mit dem Irrsinn des 1. Weltkrieges, ohne dabei Kriegshandlungen auf Schlachtfeldern zu zeigen.


Renoirs Absicht scheint zu sein auf die Klassenunterschiede bei der Behandlung von Kriegsgefangenen hinzuweisen, allerdings lässt er nicht unerwähnt, dass das deutsche Personal letztlich von sehr egoistischen Motiven angetrieben wird, wenn es akzeptiert, dass die französischen Offiziere aufgrund von Lebensmittelpaketen aus Frankreich es sich kulinarisch sehr gut gehen lassen.


So bleiben für das Personal größere Rationen aus der eigenen Küche übrig. Obschon es den französischen Offizieren in punkto Ernährung augenscheinlich ziemlich gut geht und sie durch die Gefangenschaft keiner Todesgefahr mehr ausgesetzt sind, versuchen sie stets auf neue zu fliehen, weil sie ihre Aufgabe darin sehen den sinnlosen Krieg schnellstens zu beenden. Sie möchten wieder ihren bürgerlichen Berufen nachgehen und in bürgerlicher Umgebung leben. Sie sind keine Berufssoldaten.

Thematisiert wird u.a. der Niedergang des Sonderstatus deutscher Adeliger beim Militär. Diese waren Berufssoldaten. Der Versuch eines deutschen adeligen Offiziers (Erich von Strohheim) mit einem französischen Offizier aus alter französischer Adelsfamilie aufgrund der aristokratischen Herkunft eine Sonderbeziehung zu unterhalten scheitert, weil der Franzose (Pierre Fresnay) sich seinen bürgerlichen, französischen Kameraden viel mehr verpflichtet fühlt als gegenüber einem anderen europäischen Adeligen.

Renoir gelingt es mit subtilen Mitteln klar herauszuarbeiten, dass der deutsche Adel im ersten Weltkrieg letztlich um seinen Status kämpfte, wissend, dass bei einer Kapitulation das Ende der Monarchie eingeläutet werden würde.

Französischen Adeligen wurden bereit 1789 ihre Privilegien genommen. Als Bürger unter Bürgern ging es ihnen im 1. Weltkrieg um die Verteidigung bürgerlicher Grundfreiheiten, so die Interpretation Renoirs, die ich keineswegs für blauäugig halte. Der französische adlige Offizier riskiert sein Leben für die Freiheit zweier anderer französischer Offiziere (Jean Gabin, Marcel Dailo). Diese fliehen zum Bodensee und gelangen unversehrt in die Schweiz.

Während ihrer Flucht finden sie Unterschlupf bei einer jungen deutschen Witwe, die mit ihrer Tochter auf einem entlegenen Bauernhof lebt. Renoir macht an den Szenen auf dem Bauernhof deutlich, dass Kriege stets wegen klarer Machtinteressen kleiner Cliquen geführt werden, die ihre Mitmenschen für ihre Zwecke instrumentalisieren. Feindschaften zwischen Völkern sind eine Farce, sie werden künstlich geschürt. Auf dem entlegenen Bauernhof gibt es keine Feindschaft, hier erfreut man sich des friedlichen Miteinanders.....

Friedliches Miteinander von Völkern bleibt eine große Illusion, solange sich Menschen für die Zwecke anderer instrumentalisieren lassen.

Renoir nennt seinen Film nicht von Ungefähr "Die große Illusion".

Empfehlenswert.

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Rezension:Good Bye, Lenin! / Edition Deutscher Film (DVD)

Dieser Film ist eine Satire auf den Zusammenbruch der sogenannten DDR. Er ist so angelegt, dass alle politischen Gruppierungen den Inhalt nach ihrem Gutdünken interpretieren können und darin sehe ich die eigentliche Meisterleistung dieses Werkes des Regisseurs Wolfgang Becker.


In meinen Augen war das andere Deutschland hinter der Mauer- zugespitzt jedenfalls- immer ein großes Gefängnis, in dem die Menschen, sobald sie passiven oder aktiven Widerstand gegen diesen Unrechtsstaat leisteten, nach Bautzen verbannt und dort im Staatsgefängnis gefoltert oder anderweitig zur Räson gebracht wurden. Demokratisch war dieser Staat auf keinen Fall, denn er raubte seinen Bürgern die Freiheit und damit ein unveräußerliches Menschenrecht.

Die Filmhandlung spielt unmittelbar vor der Wende. Der Regisseur bindet immer wieder Dokumentarteile in seinen Film ein, die die Absurdität der ewig gestrigen Nomenklatura aufzeigen, speziell wenn die DDR-Soldaten im Stechschritt an Honegger vorbeimarschieren und Kinder mit Schiffchen auf dem Kopf und Tüchlein um den Hals, uniformiert vorgestrige Heimatlieder singen und dadurch deutsches Liedgut der besonderen Art konservieren.

Der Protagonist des Films ist Alex (Daniel Brühl) der gemeinsam mit seiner Schwester, deren Kind und seiner Mutter Christiane Kerner (Kathrin Saß) in Berlin lebt. Sein Vater, ein Arzt, hat schon Jahre vor der Wende die Gelegenheit genutzt, in den Westen zu gehen und dort zu bleiben.

Christiane hat aufgrund ihrer Ängstlichkeit den Schritt nicht gewagt und wurde zu einer angepassten DDR-Bürgerin, die einen Herzinfarkt bekommt als sie ihren Sohn während einer Montagsdemonstration wahrnimmt und sieht, wie er verprügelt wird. Ihre kleine heile Spießerwelt der Spreewaldgurken und Heimatlieder lässt ein Ende des Unrechtstaats nicht zu und so schafft ihr Alex, nachdem Christiane das Krankenhaus verlassen hat, in einem Zimmer der gemeinsamen Wohnung einen Ort, in dem die DDR fortlebt, obschon sie bereits längst untergegangen ist. Christiane lag wochenlang im Krankenhaus im Koma und hat die Wende verschlafen. Alex ist überzeugt, dass ihr die Wiedervereinigung nicht zugemutet werden kann.

Nicht nur Christiane, sondern all die anderen vergleichsweise alten "DDRler" sind in dem Film tragische Figuren, weil sie sich nicht mehr auf Neues einlassen wollen und sich nach einer Idylle sehnen, die es so weder in dem einstigen Land hinter der Mauer, noch sonst irgendwo gab. Sie alle gehören den Generationen an, die man Jahrzehnte um ihre Freiheit betrogen hat und nun nicht wissen, wie man sie positiv nutzen kann.

Der Film beinhaltet sehr witzige, teilweise tiefgründige Dialoge, sehr gute, leise Kritik, sowohl an der marxistischen wie auch kapitalistischen Ideologie und zwar in ihren direkten Auswirkungen. Sakastisch fand ich, dass die Tochter Christianes problemlos die Uniform der jungen Pioniere (Schiffchen, und Halstuch) gegen die Uniform von Mc Donalds (Schiffchen und Halstuch) eintauschte. Das sagt im Grunde alles, vor allem, dass man sich bemühen sollte, stets seinen eigenen Verstand nicht außer Acht zu lassen, um nicht fremdbestimmt zu werden.

Die schauspielerischen Leistungen von Daniel Brühl und Kathrin Saß können nicht genug gelobt werden.

Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend.

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Rezension:Welt am Draht-

Diesen Film von Rainer Maria Fassbinder aus dem Jahre 1973 habe ich vorgestern erstmals gesehen und im Grunde nur deshalb, weil eine gute Freundin mich immer warnt, dass ich mich in einer Welt am Draht aufhalte und dies irgendwie gefährlich sei.

"Die Welt am Draht" ist ein geflügeltes Wort, seit jenen Tagen, da Fassbinders Film in den Kinos zu sehen ist, bei dem es um ein Forschungsprojekt geht, eine Computersimulation, die eine virtuelle Welt mit künstlichen Menschen geschaffen hat. Ich sehe bewusst davon ab, die durchaus spannende Handlung nachzuerzählen, um die Spannung nicht zu mindern.

Die Gestaltung des Films und der Habitus von Fred Stiller (Klaus Löwitsch) erinnern mich an alte James-Bond-Streifen. Dabei wirken die Darsteller abgründig vorgestrig, aus heutiger Sicht jedenfalls. Das gilt besonders für die Barbie-Puppen-Frauen wie Barbara Valentin und im Hinblick auf das Macho- Gehabe der männlichen Darsteller.

Mich hat das modische Gestern im Film sehr amüsiert, denn es gab Zeiten, da ich ein bestimmtes Outfit ja selbst einmal sehr schick fand. Der Macho-Habitus von Männern ging mir allerdings bereits 1973 auf die Nerven.
Fassbinder hätte man zu seinen Lebzeiten niemals Spießigkeit nachgesagt. Aus heutiger Sicht wirkt das in den 1973er Jahren gedrehte Werk (204 Minuten) wie ein Film aus einer anderen Welt und wirklich überaus spießig und klischeehaft, mit den pausenlosen Gequalme und der ewigen Whiskytrinkerei der Hauptdarsteller, was damals als weltmännisch galt. So stellte sich Klein-Erna Lebemänner á la Bond vor.

Der naive und irgendwie ungeheuer warnende Blick auf die computerisierte Welt in diesem Film ist schon lustig. Damals konnte man ja noch nicht erahnen, wie tief wir 40 Jahre später in die Welt am Draht eingetaucht sind, wie sehr sie uns verändert und uns allmählich gewissermaßen entmaterialisiert hat, na ja, zunächst einmal für ein paar Stunden am Tag. Wir stehen am Anfang einer Entwicklung. Irgendwann wird sich das gesamte Leben auf die gedankliche Welt verlagert haben, ohne dass man nostalgisch an die alte Welt zudenkt, die aufgrund der apokalyptischen Reiter Hunger, Krieg, Tod und Umweltverschmutzung niemals eine paradiesische Welt gewesen ist. Haben wir also keine Furcht vor der Welt am Draht. Es liegt in unserer Hand sie paradiesisch zu gestalten.

Die Bild und Tonqualität ist bestens. Man muss den Film aus seiner Zeit heraus beurteilen. Deshalb auch 5 Sterne.

Empfehlenswert.

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Fünf letzte Tage

Am, am 22.02. 2012 vor 69 Jahren wurden die Widerstandskämpfer Sophie und Hans Scholl wie auch der Widerstandkämpfer und Vater von drei kleinen Kindern Christoph Probst von den Nazis hingerichtet, weil sie passiven Widerstand gegen das Terrorregime geleistet hatten, indem sie Flugblätter mit der Post verschickt oder nachts auf den Straßen verstreuten. Bei einer solchen Aktion wurden die Geschwister Scholl an die Uni München seitens des Pedells gesehen, denunziert,  alsbald verhaftet, zum dem Tode verurteilt und hingerichtet.

Der vorliegende Film über Sophie Scholls fünf letzte Tage des Regisseurs Perci Adlon zeigt im Gegensatz zu dem zu der Verfilmung ihrer letzten Tage von Marc Rothemund nicht die Szenen der Flugblattaktionen, die zur Verhaftung führten, zeigt auch nicht das Fallbeil, sondern ist in allem viel leiser.

Nur selten wird die Verhörsituation im Gestapohauptquartier gezeigt, auch Freisler tritt in diesem Film nicht auf. Stattdessen berichtet Sophie Scholl (Lena Stolze) ihrer Zellenmitbewohnerin, die ebenfalls aus politischen Gründen inhaftiert wurde, von ihrer Entscheidung passiven Widerstand gegen das Naziregime zu üben. Sophie gewinnt erst allmählich vertrauen zu der Else Gebel (Ina Hermann), was verständlich ist, da in jenen Tagen das Denunziantentum seitens des Staates gefördert wurde, ähnlich wie später in der DDR.

Man lernt Sophie als fröhlichen, liebenswerten Menschen kennen, der gerne lach.t und erfährt von ihrer positiven Beziehung zu ihrem Bruder Hans, den sie verehrt, ihrem Verlobten und zu ihren anderen Geschwistern, ihren Eltern und Freunden. Auch in der Haftanstalt wird sie, selbst von dem Personal spontan gemocht. Doch diese Mitläufer im Naziregime schaffen es nicht,  mehr für sie zu tun als ihr ein paar Zigaretten und etwas Schokolade zuzustecken. Ihnen allen fehlt es an Mut, am Mut zur Freiheit Verantwortung zu übernehmen und sich für die Menschenrechte einzusetzen. Sie ducken sich weg und so ist es nicht zu verhindern, dass Sophie Scholl wegen ihres mutigen passiven Widerstandes im Nazi.Terrorregime ihr Leben lassen muss.

In diesen Tagen wird von alten Stasileuten, die während der DDR-Zeiten die Bürger dort in dem großen Gefängnis, das den Namen demokratische Republik nicht verdiente, um  ihre Freiheitsrechte betrog und sie abgefeimt bespitzeln ließ, Meinung gegen unseren zukünftigen Bundespräsidenten gemacht, weil er als Bürgerrechtler ähnlich wie Sophie Scholl in der NS-Zeit für die Freiheit kämpfte. Wie wichtig es ist, immer wieder an die Freiheit zur Verantwortung und an die Einhaltung der Menschenrechte zu appellieren, wird klar, wenn man die Geschichte unseres Landes in den letzten 100 Jahren betrachtet. Den Widerstandskämpfern in der Nazi-Zeit und Bürgerrechtlern in der DDR gilt meine besondere Hochachtung.

Die Bild und Tonqualität ist bestens. Die Filme von Perci Adlon und Marc Rothemund ergänzen sich.

Empfehlenswert.

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Rezension:George Harrison - Living in the Material World [2 DVDs] (DVD)

Die beiden CDs mit einer Spieldauer von insgesamt 209 Minuten dokumentieren das Leben des Musikers George Harrison (1943-2001) anhand vieler Filmsequenzen und Interviews, begleitet von wunderbaren Musikstücken Harrisons, der Beatles und anderer Musiker, die man während der Proben und auf der Bühne immer wieder erleben darf.


Die Dokumentation beginnt mit einer Gartenimpression in Harrisons Park und endet mit der gleichen Impression, nachdem sich sein Lebenskreis geschlossen hat.

Gezeigt werden zunächst Filmsequenzen vom Ende des 2. Weltkrieges in England. Einerseits wird das zerbombte Liverpool, die Geburtsstadt Georges, andererseits die Freude der Menschen fokussiert, die das Kriegsende feiern. Mittendrinnen der kleine George, der zwei Jahrzehnte später mit seiner Musik dazu beiträgt, die Welt zu revolutionieren.

Man erfährt ein wenig von der Entwicklung dieses Jungen bis zum dem Tage, wo er Leadgitarrist der Beatles wurde. Seine beiden Brüder und Paul McCartney berichten aus jenen Tagen, aber auch der Musiker und spätere Freund Klaus Voormann, der Harrison und mit ihm die Beatles in Hamburg in einem Club in den frühen 1960ern kennenlernte und von der Musik der Beatles hingerissen war.

Zu Wort kommt auch die ehemalige Freundin Voormanns, die Fotografin Astrid Kircherr, die Harrison sehr gut von seinem Wesen her beschreibt und von seiner liebenswerten Art schon damals überaus angetan war.

Alle Menschen, die mit ihm in Berührung kamen, waren von seiner herzlichen, humorvollen Art berührt. Dieses Wesen veränderte sich weder in den Höhen noch Tiefen seines Lebens. Es war stets für alle erkennbar, weil er immer sich selbst zum Ausdruck brachte.

Man erlebt George als Mitglied der Beatles, der stets auf spiritueller Suche war und in Indien schließlich fand, wonach ihm der Sinn stand. Für Harrison wurde Meditation ein wichtiges Mittel der Bewusstseinserweiterung, zeitweilig wohl auch die Drogen bis hin zu LSD. In Indien lernt er den Musiker Ravi Shankar kennen, der ihn das Sitarspielen lehrte. Zuvor allerdings wird man mit vielen Szenen aus der Blütezeit der Beatles vertraut gemacht, erlebt wie sich die vier Musiker gegenseitig inspirierten und eine Kreativität an den Tag legten, die ihresgleichen sucht.

Eric Clapton, ein enger Freund von George, berichtet packend von seinen Erinnerungen, auch davon wie er sich in dessen Frau Patty verliebte und wie George mit diesem Umstand umging.

George Harrison scheint ein sehr großzügiger Mensch gewesen zu sein, der besonders nachdem er spirituelle Erfahrungen in Indien gesammelt hatte, loslassen konnte und sich wohl deshalb immer weiter entwickelte, auch nach dem Ende der Beatles, wie seine Solokarriere auf musikalischem Wege und seine sonstige Entwicklung deutlich machen.

Von dem Attentat auf ihn und seine Frau im Jahre 1999 berichtet seine Witwe Olivia Arias. Auch ihr gemeinsamer Sohn Dhani kommt im Film zu Wort.

Dass Harrison auch Filme produzierte, was mir bislang nicht bekannt. So hat er beispielsweise den Film "Das Leben des Brian" produziert.

Alle, die über George im Film sprechen, fühlen sich über seinen Tod hinaus freundschaftlich mit ihm verbunden. Alle liebten sein feinfühliges Wesen. Er muss unzählige Freunden gehabt haben, keineswegs nur aus Musikerkreisen. Kein Wunder, dass ihm Frauen zu Füßen lagen, denn er besaß die Gabe mitten in ihr Herz zu blicken. Seine Augen machen das deutlich. Sie lassen die Tiefe seines Seelenlebens erkennen und offenbaren etwas ungeheuer Liebevolles, das man kaum mit Worten beschreiben kann. Seine Musik ist Ausdruck dieser Seele, die sich der Spiritualität ganz weit geöffnet hat.

Seine Witwe berichtet, dass in den Minuten seines Todes der Raum mit hellem Licht erfüllt gewesen sei. Kein verwunderlicher Abschied für den Komponisten von "Here comes the sun".

Eine wirkliche gelungene Dokumentation mit genialen Musikstücken.

Empfehlenswert.

http://www.arthaus.de/

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Rezension:Mein Stück vom Kuchen (DVD)

Diese französische schwarze Komödie von Cédric Klapisch zeichnet sich durch ein erstaunliches Handlungstempo aus. Sie arbeitet mit Klischees ohne dabei kitschig zu werden, besticht durch ihren raschen Bilderwechsel, der selbst dann, wenn man den Ton abstellt, alsbald verdeutlicht, dass es sich um einen sozialkritischen Streifen handelt und erfreut durch spitzzüngige, zum Teil sehr witzige Dialoge.


Meine anfängliche Befürchtung, es mit einer Art Kopie der "Pretty Woman"-Story zu tun zu haben, auch wenn die Protagonistin Karin Viard nicht den Liebreiz von Julia Roberts hat, erwies sich gottlob als nicht richtig, wie das Ende des Films zeigt....


Worum geht es? Die in Dünkirchen lebende betont resiliente France (Karin Viard) wird wie alle ihre Kollegen arbeitslos, weil der abzockerische Börsenspekulant Steve (Gilles Lellourche) diese Firma, um es in seinen Worten auszudrücken, "platt gemacht" hat.

France ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und trotz ihres Schicksals enorm hilfsbereit. Indem sie sich für die Kinder anderer entlassener Erwerbstätiger während der Zeit ihrer Arbeitslosigkeit engagiert, versucht sie bewusst nicht an ihre eigenen Sorgen zu denken, um nicht mit dem Schicksal hadern zu müssen.

Da France in Dünkirchen keine Chance sieht, eine Arbeitsstelle zu bekommen, versucht sie in Paris ihr Glück und erhält bei Steve, der bislang in den USA tätig war und für seine Firma nun in Paris agiert, eine Stelle als Haushälterin. France weiß nicht, wer ihr Arbeitgeber ist, genauer sie weiß nicht, dass Steve für die Schließung der Firma in Dünkirchen verantwortlich ist und lernt ihn deshalb unbefangen kennen. France ist frei von Sozialneid.


Die Welt, die France in Steves Umfeld erlebt, ist jene des schnellen Geldes, der Abgebrühtheit, der Gesellschaftsprostituierten. Geld macht fast alle gefügig...

France nimmt all dies zur Kenntnis, ohne sich große kritische Gedanken zu machen und freut sich, dass es ihrer Familie aufgrund des Jobs materiell besser geht. Sie arrangiert sich.

Zwischen France und Steve entsteht sogar, wie es zunächst scheint, eine Art freundschaftliche Nähe. Doch diese erweist sich letztlich als Illusion, denn Steve ist ein Egoist, der Menschen immer nur für seine Zwecke nutzt und zu keiner menschlichen Regung fähig ist...

Welche Folgen das hat, macht der Schluss der Films deutlich, der mich berührt zurückließ.

Dass gerade Dünkirchen als Ort des "Plattmachens" einer französischen Firma seitens einer New Yorker Brokerfirma gewählt wurde, ist fast schon makaber. Diente die Invasion von Dünkirchen 1944 der Rettung Frankreichs, bezweckt sie im Produktionsjahr 2011 zumindest im Film das Gegenteil....

Die Bild- und Tonqualität sind bestens.

Laufzeit 105 Minuten, Sprache: Deutsch
Empfehlenswert.
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Rezension:Schlafes Bruder - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1995 (DVD)

Dieser grandiose Film ist ein Werk des Regisseurs Joseph Vilsmaier, über dessen Vita man Wissenswertes auf der DVD-Hülle erfährt. Die Literaturverfilmung "Schlafes Bruder" (1995) erhielt eine Nominierung für den Golden Globe. Dem Filmemacher, der eine Vorliebe für Themen aus seiner Heimat Bayern und eine Neigung für Historisches hat, wurde für sein Engagement um den Deutschen Film im Jahre 1996 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Das bildgewaltige Epos ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Robert Schneider, der auch das Drehbuch verfasste. Die Handlung spielt im 18. Jahrhundert primär in einem Bergdorf im Vorarlberg. Zu Anfang des Films sieht man Aufnahmen der kargen Berglandschaft. Eine Hebamme, begleitet von einem Dorfbuben schleppt sich, bereits völlig erschöpft, die Berge hinauf, um einem kleinen Knaben dabei zu helfen, das Licht der Welt zu erblicken. Bei dem Jungen handelt es sich um Elias Alder, einen "Bastard", der zunächst nicht zu atmen beginnen möchte.

Elias unterscheidet sich in vieler Hinsicht von den zumeist durch Inzest geschädigten Kindern im Dorf und wird als Außenseiter nicht nur von diesen, sondern auch von den Erwachsenen abgelehnt. Nur einer der Dorfbuben möchte immer mit ihm zusammen sein. Dieser Knabe, Peter, ist auch anders als die Dorfbevölkerung. Er ist homophil, allerdings ist ihm dies nicht klar.

Während seiner Pubertät beginnt Elias eine Frau zu lieben, die noch gar nicht geboren ist. Als diese zur Welt kommt, es handelt sich um seine Cousine Elsbeth (Dana Vavrova), die Schwester Peters, beginnt er vor Sehnsucht aus den Ohren und aus dem Mund zu bluten, so als sei er durch ihre Geburt abermals geboren worden.

Elias (André Eisermann), mittlerweile noch ein wenig älter, nun im Jünglingsalter, hat das absolute Gehör und improvisiert heimlich an der defekten Orgel im Dorf Stücke. Dabei hilft ihm sein Kindheitsfreund Peter (Ben Becker), der sich als Balgtreter gerne zur Verfügung stellt, einerseits um Elias nahe zu sein, andererseits, weil er an den musikalischen Durchbruch von Elias glaubt.


Hat man in den Szenen, die sich mit der Kindheit von Elias befassen, die Brutalität der Erwachsenen, sei es der Eltern oder des Lehrers erleben müssen, all die Lieblosigkeit in einer trostlosen Gegend, in der die Menschen im Schmutz und nur durch schwerste Arbeit ihr Leben fristen können, lernt man nun drei liebende Menschen kennen, die aufgrund ihrer Sprachlosigkeit ihr Gefühlsleben nicht kommunikativ vermitteln können.


 
Das schöne Mädchen Elsbeth liebt Elias und er liebt es auch, kann es ihm aber nicht vermitteln. Peter liebt Elias ebenfalls, ist eifersüchtig auf seine Schwester und ist bereit diese zu töten, um Elias für sich alleine zu haben...

Die musikalische Begabung von Elias wird, obschon ihm dies gleichgültig ist, entdeckt. Er hat Gelegenheit vor großem Publikum in der Stadt sein Können vorzutragen. Die Zuhörer sind nach anfänglicher Skepsis begeistert, doch Elias hat nach dem Vortrag abermals für nichts anderes Sinn als für seine große Liebe Elsbeth.

Sein Können ist für ihn nur wichtig, um nonverbal seiner Liebe Ausdruck zu verleihen. Elsbeth spürt dies, doch die Situation ist mittlerweile viel zu verfahren, als dass ein Happy-End noch in Aussicht stehen könnte...

Elias möchte nicht mehr leben, obschon ihm aufgrund seiner Begabung die Welt offen steht. Ohne Elsbeth hat das Leben, auch wenn er erfolgreich ist, keinen Sinn. Elias ist überzeugt, dass jedem Menschen ein einziges Herzens-Du vorbestimmt ist und er nur mit diesem sich ganz fühlen kann. Die Zerrissenheit lässt ihn verzweifeln......

Die Orgelmusik des Komponisten Norbert Jürgen Schneider im Film verdeutlicht die unglaubliche intensive Gefühlswelt von Elias, dessen Einsamkeit zu Tränen rührt. 

Der Film besticht durch die Darstellung ganz großer Emotionen, die jenseits von kitschiger Seichtheit angesiedelt sind.

Das Bonusmaterial enthält Interviews mit Joseph Vilsmaier, Robert Schneider, vielen Schauspielern und den Musikern. Hier wird klar, wie beschwerlich die Entstehung des Films war.
Die Bild- und Tonqualität sind gut.


Laufzeit: 127 Minuten
Sprache: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Empfehlenswert.

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Rezension:Der junge Törless - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1966 (DVD)

Regisseur dieses hervorragenden Schwarz-Weiß Filmes aus dem Jahre 1966 ist Volker Schlöndorff. Er ist einer der bedeutendsten und international erfolgreichsten Vertreter des deutschen Films. Schlöndorff soll literarische Vorlagen generell einem Drehbuch gleich als dramaturgisches Gerüst nutzen. Was den vorliegenden Film anbelangt, stimmt dies auf jeden Fall.

Man hat Gelegenheit der DVD- Hülle Näheres zum Leben und Schaffen der Regisseurs zu entnehmen, bevor man sich Volker Schlöndorffs kongeniale Robert-Musil-Adaption ansehen und auf sich wirken lassen kann.

Die Filmhandlung spielt in einem k.und k. Knabeninternat. Der Schüler Basini (Marian Seidowsky) hat Schulden bei einem seiner Mitschüler Reiting (Alfred Dietz) und wird von diesem daraufhin bedroht. Aus Angst vor den Konsequenzen begeht er einen Diebstahl, den Reiting ihm nachweist und ihn daraufhin erpresst, seelisch foltert und sexuell misshandelt. Mitwisser der Misshandlungen sind die Mitschüler Beineberg (Bernd Tischer) und der junge Törless (Matthieu Carriere), die aus unterschiedlichen Motiven das Geschehen nicht den Lehrern melden.

Thematisiert wird zu nicht nur der Sadismus Reitings, sondern auch die Angst seines Opfers vor Lehrern und Eltern, der aus dieser Angst heraus es vorzieht, von seinem Mitschüler gepeinigt zu werden. Gezeigt wird die Gefühlskälte der Mitwisser Beineberg und Törless, die sich letztlich an der Pein weiden, sich aber vor sich selbst, intellektuell geschickt zu exkulpieren wissen. Beide sind nicht in der Lage dem Opfer zu helfen. Beide machen sich eindeutig zu Mittätern.

Als Basini sich in seiner ausweglosen Situation schließlich an seine Lehrer wenden möchte, wird er auf Betreiben Beinebergs und Reitlings seitens des Klassenverbandes gelyncht. Wie eine Meute reagiert, wenn man sie entsprechend manipuliert, wird in diesem Film sehr gut verdeutlicht. Wer schon ein wenig länger auf dieser Welt lebt, weiß, dass man die Masse immer zu allen Schandtaten bewegen kann und es dabei keine Frage ist, wie intelligent oder wohlerzogen die einzelnen Personen der Masse sind. Nur das Mitgefühl kann Menschen daran hindern, sich dem Treiben einer wildgewordenen Meute nicht anzuschließen. Bei Törless erwacht dieses Mitgefühl plötzlich und lässt ihn Abstand nehmen. Wenn auch nicht so, wie man erhofft...

Ein sehr nachdenklich stimmender Film, der die Abgründe der Menschen zeigt und mir einmal wieder verdeutlicht hat, dass weder eine so genannte gute Herkunft, noch überdurchschnittliche Intelligenz ein Gradmesser für positive Interaktionsbereitschaft ist, sondern einzig ein mitfühlendes Herz.

Laufzeit: 84 Minuten. Sprache: Deutsch
Empfehlenswert.

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Rezension:Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika (DVD)

Dieser beeindruckende Film des Regisseurs Gavin Millar thematisiert das Leben und Wirken des Philosophen, Arztes, Theologen und Organisten Albert Schweitzer (1875-1965), einem der größten Humanisten des letzten Jahrhunderts.

Die Filmhandlung beginnt mit einer Szene aus dem Jahre 1949 in Gabun. Dort nämlich hatte Schweitzer (Jeroen Krabbé) in Lambaréné ein Krankenhaus 1913 gegründet und setze sich für die kranken Menschen Tag und Nacht ein, stets seiner Ethik "Ehrfurcht vor dem Leben" gerecht werden wollend.

Wenig später erlebt man Schweitzer in den USA. Er möchte dort Spenden sammeln für die Kranken von Lambaréné. Schweitzer trifft während der Reise seinen Freund Albert Einstein (Armin Rhode). Dieser bittet Schweitzer sich mit ihm gemeinsam gegen die Atombombe zu engagieren, doch Schweitzer zögert zunächst, weil er befürchtet, dass ein solches Engagement eine negative Wirkung auf sein Krankenhaus haben könnte. Er ist auf die Spenden aus den USA angewiesen.

Im Film wird sehr gut die Hatz der "McCarthy -Aera" dargestellt, die sowohl für Albert Schweitzer als auch für Einstein Gefahren mit sich brachte. Man versuchte die beiden Atombomben-Gegner in die kommunistische Ecke zu verorten, weil sie nicht ins ideologische Konzept, nicht zu den herrschenden Interessen passten. Die Verleumdungen dienten dazu, ihre Wortgewicht zu relativieren.

Gezeigt wird im Film auch Schweitzers Zuhause im Elsass, wo seine Familie die meiste Zeit lebte. Die Beziehung zu seiner Frau, die er seit Studienzeiten kannte, wird sehr gut beleuchtet und Schweitzers Charakter wird mit all seinen Facetten bestens im Film dargestellt. Dabei ist man durchaus nicht unkritisch, was Schweitzer anbelangt....

Vergessen wird nicht auf seinen Friedensnobelpreis hinzuweisen aber auch auf seinen Mut nach anfänglichem Zögern in punkto Protest im Hinblick auf die Atombombe.

Vielleicht hätte man noch ein wenig mehr über seine Philosophie und seine Bücher in die Dialoge einbinden können, aber letztlich wird durch das Tun Schweitzers, das sehr gut dargestellt ist, sein Denken dem Betrachter klar. Dieser Mann lebte den Humanismus, den er in Büchern zu Papier brachte. Das gibt es leider nicht oft.

In den Interviews wird der große Respekt aller Interviewten vor Schweitzer deutlich, einem Mann, bei dem Denken und Handeln eine Einheit bildeten und dessen ganzes Engagement dem Wohl seiner Mitmenschen galt.

Spieldauer 109 Minuten

Sprache : Deutsch

Untertitel für Hörgeschädigte : Deutsch.

Empfehlenswert.
 
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Rezension:Das Ende ist mein Anfang (DVD)

Leider habe ich das Buch des berühmten Journalisten und Schriftstellers Tiziano Terzani, das die Grundlage dieses sehr berührenden Films mit philosophischem Tiefgang ist, nicht gelesen. Insofern kann ich mich bei meinen Betrachtungen nur auf den Film beziehen.

Der hochkarätige Schauspieler Bruno Ganz spielt die Rolle des schwer krebskranken 66 Jahre alten Journalisten Terzani, der sich in einem abgelegenen Haus in der Toscana auf seinen Tod vorbereitet. Er lebt dort mit seiner Frau Angela (Erika Pluhar), die er seit seiner Jugend kennt und immer noch liebt und bittet seinen Sohn Folco (Eligi Gemano), später auch seine Tochter und seine Enkelkinder, ihm auf seinem letzten Weg nahe zu sein.

Der liebevolle Vater berichtet seinem Sohn von seinem sehr abenteuerlichen journalistischen Leben, das ihn nach Asien führte, seinen Ängsten, wenn er sich an Kriegsschauplätzen aufhielt, aber auch von seiner Liebe zu Angela. Er gibt seinem Sohn die Chance, ihn in seiner gesamten Weltanschauung und in seinen philosophischen Ansichten nochmals wahrzunehmen und macht Folco klar, dass nach allem, was er erlebt und gesehen hat, begriffen habe, dass nur die Liebe die Menschen retten könne.

Während er mit seinem Sohn spricht, beobachtet er dessen Entwicklungsstand und erkennt, dass er Folco ins Leben entlassen kann. Dieser ist reif genug, um auch bei Widrigkeiten zu bestehen.

Terzani selbst blickt auf ein erfülltes Leben zurück, wie er sagt, unterzog sich in den sieben Jahren, in denen der Krebs in ihm tobte, vielen westlichen aber auch fernöstlichen Krebstherapien, lebte eine Zeitlang in einem Aschram in Indien, bis er seine Krankheit bindungslos annahm und lernte in Harmonie mit ihr zu leben.

Seine letzte Lebensphase nutzte er über den Sinn des Lebens nachzudenken, schrieb die "Briefe gegen den Krieg", unternahm noch einmal eine große Reise, bevor er sich auf sein Ende, das er als Anfang von etwas Neuem begriff, vorbereitete. In der Art, wie er sich von seiner Familie verabschiedet, bleibt kein Raum für Trauer, man fühlt, dass es kein Abschied ist für immer.
Terzani lässt alles, was ihn zu dem machte, was er als Schriftsteller und Journalist war, ohne Wehmut zurück, weil er erkennt, dass all dies auf seiner bevorstehenden Reise ihn nur belasten würde und macht das an einem sehr schönen Gleichnis von einem Marienkäfer, der dem Himalaja entgegenfliegt, deutlich, mit dem er sich eins fühlt...

Die traumhaften Landschaftsbilder, auch das Licht im Film unterstreichen die Grundgedanken des Werks, das auf Friede, Harmonie und Liebe basiert.

Im Rahmen des Bonusmaterials ist das Interview mit Tiziano Terzani, das kurz vor dessen Tode in der Toskana entstand, außerordentlich beeindruckend. Hier zeigt sich wie authentisch der Film wirklich ist und wie gut Bruno Ganz die Rolle dieses fröhlichen, liebenswerten, sehr reflektierten Intellektuellen, der sich der Spiritualität geöffnet hat, spielt.

Laufzeit Hauptzeit ca. 94 Minuten

Laufzeit Bonusmaterial ca. 100 Minuten

Sprache: Deutsch

Sehr empfehlenswert.

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Rezension:Midnight in Paris (DVD)

Einen Film, wie diesen kann im Grunde nur Woody Allen machen. Sein Drehbuch hat mich begeistert, seine Regieführung ebenfalls.

Als Hauptdarsteller habe ich ihn nicht vermisst und zwar deshalb nicht, weil er seinen Protagonisten, den amerikanischen Schriftsteller Gil (Owen Wilson) mit all seinen typischen Eigenschaften, speziell seiner, von mir geliebten, schrulligen Intellektualität ausgestattet hat, sodass Gil immer, wie zwei Personen anmutet, zum einen wie Woodys Traumfigur Gil, zum anderen wie die Hollywoodikone Woody Allen.

Der Film beginnt mit einer Fülle wundervoller Bilder von Paris, die all jene begeistern werden, die ein Faible für diese Stadt haben.


Der gebildete, nicht besonders selbstsichere Intellektuelle Gil macht mit seiner hübschen Verlobten Inez Ferien in der Stadt der Liebe. Die Interessen der beiden jungen Menschen divergieren allerdings sehr. Inez ist eine durchaus gebildete Frau, allerdings keine Intellektuelle, und kann insofern die Traumwelten ihres Verlobten nicht nachvollziehen.

Gil, der gerade an einem Roman schreibt, geht eines Abends alleine durch die Straßen von Paris und gelangt, wie ein Zeitreisender ungewollt in die 20er Jahre. Hier lernt er u.a. die Schriftsteller Fitzgerald, Hemingway, die Maler Picasso, Matisse, Dali, auch Gertrude Stein kennen und fühlt sich in deren Umgebung sehr wohl. Gils Kopfwelt hat sich gewissermaßen materialisiert.

Der überzogen männliche Hemingway (Woody Allen macht sich über dessen Macho-Habitus subtil lustig) verdeutlicht ihm, dass man als Schriftsteller wirklich an sich glauben muss und sich vom Urteil Dritter nicht abhängig machen darf, wenn man seinen Weg gehen möchte und er macht ihm auch klar, worauf es ankommt zwischen Mann und Frau, wenn es wirklich funkt.

Der neurotische, eher schwache und ängstlich wirkende Gil saugt die Worte Hemingways zwar auf, aber kann er diese auch umsetzen?

Natürlich verliebt sich Gil in eine wunderschöne, sehr charmante Frau (Marion Cottilard), mit der er ewig in seiner Traumwelt der Roaring Twenties leben möchte, doch diese Frau zieht die Traumwelt der Belle Epoche vor, was Folgen für die Romanze hat....

Ich lese im Moment gerade ein Buch mit dem Titel "Sehnsucht- Das unstillbare Gefühl" und musste während der Filmhandlung an dieses Buch denken.

Im Falle von Gil führt die Sehnsucht zu einer bedeutsamen Lebensentscheidung, auch zu einer romantischen Beziehung und verleiht seiner persönlichen Entwicklung Flügel. Woody Allen lädt die Zuschauer nicht nur ein, an den Traumwelten Gils teilzuhaben, sondern sich vielleicht auch den eigenen Sehnsüchten zu öffnen und diesen zu erlauben, von uns Besitz zu ergreifen, um auf solche Weise unseren Lebenstraum zu leben.

Loben möchte ich nicht nur die schönen Bilder von Paris, sondern auch die niveauvollen Dialoge, die gut ausgeloteten Charaktere und die liebevolle Ironie, mit denen Allen diese darstellt.

Carla Bruni glänzt in einer Nebenrolle als die wohl aparteste Frau von Paris. Für unseren Amerikaner in Paris allerdings ist diese Dame unantastbar. Er verliebt sich  dann zuguterletzt in...., nein das wird nicht verraten:-)))

Laufzeit ca. 90 Minuten
Ton: Deutsch DTS, DD 3.0.. Englisch DD 3.0
Untertitel : Deutsch (ausblendbar)

Empfehlenswert.
 
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Rezension:Marcel Reich-Ranicki - Mein Leben (DVD)

Dem von mir hochverehrten Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki begegnete ich in den späten 1980ern das erste Mal und zwar an einem Freitag vor einem ersten Adventssonntag auf dem Bahnsteig des Frankfurter Hauptbahnhofs, auf dem die Reisenden enerviert auf einen ICE nach München warteten.

Ich beobachtete Reich-Ranicki, der einen hellbraunen Wintermantel mit breitem Gürtel trug und auch Menschen, die der Literatur nicht nahestehen durch seine elegante Erscheinung auffiel. Gerne hätte ich ihn damals angesprochen, um meiner Bewunderung für ihn und seine eloquenten Kritiken Ausdruck zu verleihen. Doch ich wagte nicht, ihn in seiner Selbstversunkenheit zu stören. Er war, man sah es, mit seinen Gedanken weit weg und ich vermutete er war bei Heinrich Heine, denn er schmunzelte kaum merkbar, wie ich aus dem Augenwinkel entdecken konnte.

Etwa 10 Jahre später schickte ich ihm meine erste Rezension, die ich in meinem Leben vor den Amazon-Rezensionen verfasst hatte und erhielt daraufhin kommentarlos per Post zwei Karten für die Buchvorstellung seiner Autobiographie in den Räumen der Frankfurter Goethegesellschaft am Goethehaus. Die Verfilmung dieser Autobiographie möchte ich heute rezensieren. Der Literaturkritiker berichtete damals so packend aus seinem Buch, dass ich es natürlich sofort zu lesen begann und sehr schnell begriff, weshalb ihm kein anderer Literaturkritiker das Wasser reichen kann: Es ist seine berührende Vita, sind die Brüche in seinem Leben, das Leid, das ihn in jungen Jahren umgab und der unbedingte Wunsch dieses Leid zu überleben, was nur durch die Liebe zu seiner Frau und der großen Liebe zu Büchern möglich war.

Marcel Reich-Ranicki füllte sein Inneres mit Schöngeistigem auf, um die Hässlichkeit der Nazis ertragen zu können. Er befasste sich mit Kultur in einer Weise, wie Kritiker in unserer schnelllebigen Zeit der vielen Sinneseindrücke nicht in der Lage und wohl auch nicht bereit sind, diese sich hart zu erarbeiten. Ein kulturelles Leben ist letztlich immer auch ein klösterliches, ein abgeschiedenes Leben, ein Leben in der Welt der Worte, der Bilder und der Noten.

Ich sah Reich-Ranicki noch weitere drei Male, während er in Mainz, in Wiesbaden und in Frankfurt über Bücher sprach und war immer wieder von seiner Wortgewalt und von seiner tief empfundenen Liebe zum Buch begeistert. Diese Liebe zum Buch kommt auch im vorliegenden Film zum Ausdruck, der mich übrigens zu Tränen gerührt hat.

Der Film endet mit einer Szene, die am Frankfurter Hauptbahnhof ihren Anfang nimmt. Man schreibt das Jahr 1958. Reich-Ranicki kommt in Frankfurt an, wird, wie man einer schriftlichen Einblendung entnehmen kann, vier Wochen später als Literaturkritiker bei der FAZ schreiben und lebt seither, mittlerweile im 92. Lebensjahr schreibend in der Mainmetropole.

Das Werk des Regisseurs Dror Zahavi zeigt nicht das ganze Leben dieses Wahl-Frankfurters, sondern die Filmhandlung befasst sich mit seiner Kindheit, seiner Jugend und den Jahren seiner Lebensbrüche, die möglicherweise die Voraussetzung für den späteren Erfolg darstellten.

Die Handlung beginnt mit einer Verhörszene im Jahre 1949 in Warschau. Reich-Ranicki (Matthias Schweighöfer), der beim polnischen Geheimdienst seit Kriegsende gearbeitet hatte, wird vom Dienst suspendiert und berichtet von seinen zurückliegenden Jahren. Geboren in Polen als Sohn einer deutsch-jüdischen Mutter und eines polnisch-Jüdischen Vaters erlebt er schon als Kind in der Schule in Polen Ausgrenzung. Seine Mutter (Maja Maranow) macht ihrem hochbegabten Sohn schon früh klar, dass er als Jude viel besser sein muss als die anderen, um im Leben Erfolg zu haben. Auf ihr Betreiben gelangt Reich-Ranicki nach Berlin zur mütterlichen Verwandtschaft, um sich mit der deutsche Kultur vertraut und in Berlin auch Abitur zu machen.Reich-Ranicki ist ein hervorragender Schüler, liest zu diesem Zeitpunkt ununterbrochen, geht ins Theater und taucht tief in die Welt der Schöngeistigkeit ein.

Im Film gibt es Einblendungen, nachdem man zuvor nicht nur durch die Filmhandlung, sondern auch durch die Klänge von Chopin die bunte Geisteswelt Reich-Ranickis zu erfassen begonnen hat. Plötzlich sieht man Originaldokumente, die Hitler und seine Schergen zeigen, sieht Bücherverbrennungen und assoziiert das Gesehene mit Heines berühmter Sentenz, die sich, wie wir alle wissen, wenig später im Nazi-Deutschland bewahrheitet hat.

Reich-Ranicki darf trotz bester Noten in Deutschland nicht studieren, wird nach Polen abgeschoben. Hier lernt er seine Ehefrau Theofila kennen, deren Vater sich wenige Minuten zuvor erhängt hatte. Reich-Ranickis Mutter bittet ihren Sohn sich um das trauernde Mädchen zu kümmern und dieser tat es bis zu ihrem Lebensende im letzten Jahr.

Ab 1940 lebte Reich-Ranicki im Warschauer Ghetto und arbeitete dort zunächst als Übersetzer. Er heiratete Theofila und rettet ihr dadurch das Leben.

Im Film erlebt man schreckliche Szenen, die den Größenwahn der Nazischergen zeigen, die sich in ihren Uniformen sehr stark fühlen. Man kann sich einen Eindruck von ihrem Sadismus und ihrer Freude, Juden zu demütigen, machen. Von den 400 000 Juden im Warschauer Ghetto werden die meisten in das Konzentrationslager nach Treblinka verbracht und dort ermordet. Reich-Ranickis Eltern sterben in diesem Vernichtungslager, sein Bruder wird in einem Arbeitslager erschossen.

Reich-Ranicki und seine Frau überleben, weil ein mitfühlender polnischer Schriftsetzer beide versteckt hatte. Diese Szenen im Haus des Schriftsetzers berührten mich besonders, weil sie dokumentieren, dass selbst in dieser furchtbar bedrohlichen Situation, Reich-Ranicki noch immer von der Kulturwelt beseelt war.

Dass er nach der Befreiung aus Dankbarkeit bei der polnischen Geheimpolizei arbeitete, kann ich gut nachvollziehen, dass dies aber nicht seine Welt war, ist sofort erkennbar, denn seine Welt war und ist das Buch, dem er seit 1958 an Goethes Geburtsort und anderenorts huldigt und dem gegenüber er sich stets fair verhalten hat, auch zu Zeiten, wo ihm das beinahe das Leben gekostet hat.

Ein beeindruckender Film, mit vielen Facetten, den ich allen empfehle, besonders jenen, die glauben diesen großen Kritiker beerben zu können. Das wird keinem gelingen, denn Marcel Reich-Ranicki ist einzigartig.


Matthias Schweighöfer hat die Rolle des großen Literaturkritikers mit Bravour gespielt.

Laufzeit ca. 91 Minuten
Bild 16,9 (anamorph codiert)
Ton: Deutsch -Dolby Digital 5.1
Regionalcode: 2
Produzenten Katharina M. Trebitsch, Benjamin Benedikt
Regie: Dror Zahavi
Buch: Michael Gutmann

Sehr empfehlenswert.

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Rezensionen:Heinrich Heine [2 DVDs] (Der komplette 2-Teiler) (DVD)

Auf den beiden DVs ist der komplette 2-Teiler der Verfilmung des Lebens des großen deutschen Dichters, Schriftstellers und Journalisten Heinrich Heine (1797-1856) zu sehen.

Regisseur des Werkes ist Klaus Emmerich. Das Drehbuch verfasste Herbert Knopp, die Kamera führte Frank Bühne, die Filmmusik komponierte Franz Hummel. Gedreht wurde der Film bereits 1977.

Ihren Anfang nimmt die Handlung in Düsseldorf, wo man Harry, das jüdische Kind, in der Schule drangsaliert. Zwischen den einzelnen Filmsequenzen gibt es bis zum Ende des Filmes immer wieder erläuternde Einschübe. Das hat mir sehr gut gefallen, weil auf diese Weise die Hintergründe einiger Filmhandlungen besser verstanden werden können.


Heine (Christph Bantzer), der bei seinem reichen Onkel in Hamburg zunächst eine kaufmännische Ausbildung absolviert, verfasst lieber Gedichte, als ein mit allen Wassern gewaschener Kaufmann zu werden. In seinem Textilgeschäft, das der Onkel ihm einrichtet, schreibt er rote Zahlen, weil er kein Engagement für den Laden aufbringen kann. Seine Welt ist die des Schreibens und des Träumens.

Sein Onkel gibt ihm eine zweite Chance. Heine darf studieren und zwar Jura. Das liegt ihm nicht. Der Dichter studiert in Bonn, später in Göttingen, dann in Berlin ermüdende Rechtvorschriften und deren Auslegung. In Preußens Metropole verkehrt er im Salon von Rahel Varnhagen (Rosemarie Fendel) und nimmt Verbindung mit dem "Verein für Kultur und Wissenschaft der Juden" auf.

Schließlich promoviert er in Göttingen, findet aber als Jurist keine Anstellung, obschon er aus strategischen Motiven zum christlichen Glauben übergetreten ist. Eine Weile arbeitet er in München bei einem Verlag, lernt alsdann den Verleger Campe kennen. Heines politischen Schriften sind zu heikel, als dass er länger in Deutschland bleiben kann.

Er geht nach Paris, lernt dort George Sand (Ulla Berkewicz) und deren Salon kennen, auch den Bankier James Rothschild (Ivan Desny), der ihm materiell weiterhilft....


Heine leidet ähnlich wie Schiller und Kleist und viele andere bedeutende Dichter in vergangenen Zeiten an chronischem Geldmangel. Künstler brauchen Mäzene. Politisch unangepasste Poeten finden solche Helfer nicht immer und müssen, wenn sie überleben wollen, klug agieren. Auch Heine musste es. Das wurde ihm nicht selten vorgeworfen. Korrupt war Heine allerdings niemals.

Im Film lernt man Gedichte, Lieder und politische Texte von ihm kennen, die seine innere Zerrissenheit deutlich machen.


Heine hatte einen glasklaren politischen Verstand und dabei ein zartes Herz. Eine Melange, die einen Menschen auf Dauer krank macht.


Selbst seine Lebensgefährtin, eine Pariser Schuhverkäuferin, die ihm oftmals sehr warmherzig den Rücken stärkt, kann ihn letztlich nicht trösten. Beim Beerben seines reichen Onkels wird er von seiner intriganten Verwandtschaft ausgebotet. Intrige und Hinterhältigkeit, auch viel Neid machen ihm sein ganzes Leben schwer. Er stirbt verbittert und an sein Bett gefesselt im Alter von nur 59 Jahren.


All das, was ich kurz angerissen habe, wird in diesem Film breitgefächert dargestellt. Die Charaktere werden hierbei bestens ausgelotet und Christoph Bantzer spielt die Rolle des Heinrich Heine einfach brillant.

Interessant fand ich die Darstellung der politischen Meinungsverschiedenheiten zwischen Heine und Börne in Paris, mit denen ich mich zuvor nicht befasst habe. Heine kämpfte subtil mit der Feder. Diese Subtilität wollte Börne nicht verstehen.
Ein ganz ausgezeichneter Film, den ich gerne empfehle.

Laufzeit: 236 Minuten

Bildformat 4:3 Vollbild

Tonformat : Dolby Digital 2.0

Sprache: deutsch

Ländercode 2 Europa

System: Pal
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