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Rezension: #Alfred_Hitchcock-Sämtliche Filme-Herausgeber: Paul Duncan- TASCHEN

Dieses reich bebilderte Buch zeichnet im Rahmen von drei Kapiteln das Leben des britischen Filmregisseurs Alfred Hitchcock (1899- 1980) nach. Die Lebensbetrachtung ist in nachstehende Kapitel unterteilt, als da sind: 

1899-1939- Das junge Genie 
1940-1954- Der Typ, der dein Vertrauen in dieses lausige Geschäft wieder herstellt 
1954-1980-Ein wahrer Meister 

Diesen drei Kapiteln ist eine mehrseitige Einleitung vorangestellt worden. Sie trägt den Titel "Die Angst vorm Fallen". Hier erfährt man, dass Hitchcock beim Blick auf technische Aspekte seiner Arbeit sich als wahrer Künstler zeigt und als Meister, der sein Handwerk beherrscht. In seinen Interviews soll er wenig über seine persönlichen Interessen oder religiösen und politischen Ansichten geäußert haben. Je nach Rolle präsentierte er unterschiedliche Facetten seiner Persönlichkeit, über die man im vorliegenden Buch Näheres erfährt. Obschon er mit einer beschränkten Palette von Emotionen arbeitete, gelang es ihm, sein Filmhandwerk wie nur wenige vor ihm zu meistern. 

Sein Thema sei der #Suspense gewesen. Dessen Funktionsweise erklärte er wie folgt: "Wenn man eine Bombe zündet, erlebt das Publikum einen 10- Sekunden-Schock. Doch wenn das Publikum weiß, dass die Bombe gelegt ist, kann man diesen Suspense aufbauen und sie fünf Minuten lang im Zustand der Erwartung halten." 

Hitchcock sei der beste Architekt der Angst gewesen, den das Kino jemals gesehen habe, liest man und weiß, dass es stimmt, wenn man Filme von ihm gesehen hat. Seine Filme zeigen schwindelerregende Situationen und wahnsinnige Charaktere, die sehr deutlich gezeichnet sind. 

Der Meister spielte gerne mit den Konventionen des Thrillers und habe sich darauf verstanden, klare dynamische Bilder für die zweidimensionale Leinwand zu komponieren als auch anspruchsvolle und genaue Muster der visuellen Motive zu entwerfen. 

Hitchcocks Stärke als Filmemacher habe darin bestanden, seine eigenen unbewussten Ängste und Wünsche bildlich umzusetzen und sie als Wachalbträume auf die Leinwand zu projizieren. 

Der biografische Teil des Buches enthält neben einem spannend zu lesenden Text viele Fotos, auch Zitate von Alfred Hitchcock. Dieses Mix hinterlässt einen bleibenden Eindruck im Hinblick auf die fokussierte Person und erweist sich als Schlüssel für die 53 Hitchcock –Filme, die dann auf 445 Seiten präsentiert werden, untergliedert in die Zeiträume 

1925-1939
1940-1954
1954-1976 

Neben tollen Filmaufnahmen erhält man zu jedem einzelnen Film die genauen Daten, wo und wann der Film produziert wurde, wie viel Minuten er dauert, wer das Drehbuch verfasst hat, wer für Kamera, Schnitt und Musik verantwortlich war, wer für die Produktion und welche Darsteller die einzelnen Rollen spielten. Ein Filmplakat wird immer gezeigt und man wird ausführlich mit den einzelnen Filmen inhaltlich vertraut gemacht.  Auf diese Weise erfährt man, was in den jeweiligen Filmen typisch Hitchcock ist. 

In speziellen Rubriken liest man mehr über einzelne Schauspieler, Drehbuchautoren, Filmkomponisten etc.

Wie hervorragend die einzelnen Filme beschrieben sind, habe ich heute an "Spellbound" nachvollzogen. Hier sind die Hauptdarsteller Ingrid Bergmann (Dr. Constance Petersen) und Gregory Peck (John Ballantyne). Die Musik dieses tollen Films stammt von Miklós Rósza. 

Zu den innovativen Aspekten dieses Films zählt "Dalis Traumsequenz", die im Buch  näher erläutert wird und die ungewöhnliche Musik des Komponisten Miklós Rósza, für die er mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. 

Es handelt sich bei "Spellbound" übrigens um den ersten Film Hollywoods über Psychoanalyse und eine bahnbrechende Darstellung einer berufstätigen Frau. 

Alles in allem ist "Alfred Hitchcock- Sämtliche Filme" ein großartiges Werk und ein Muss für alle Liebhaber von Hitchcock-Filmen.

Maximal empfehlenswert.

Helga König

Im Fachbuchhandel erhältlich

Onlinebestellung  TASCHEN  oder AMAZON
Alfred Hitchcock. Sämtliche Filme

Rezension Thomas Nehlert „The 24 Hour War“ DVD, Chassy Media, 2017

Es war eine der großartigsten und faszinierendsten Geschichten im Motorsport: Der Kampf von Ford gegen Ferrari um die Vorherrschaft bei den bedeutenden SportwagenLangstreckenrennen in den 1960er Jahren. Im Vordergrund stand das Ziel, bei den 24 Stunden von Le Mans zu triumphieren. Die Ursprünge, die Entwicklung und den Ausgang dieses epochalen Duells eines milliardenschweren US-Konzerns mit einem damals kleinen italienischen Renn- und Sportwagenhersteller dokumentiert der Film "The 24 Hour War" auf beeindruckende und begeisternde Weise. 

Henry Ford II. verfolgte mit großem Interesse die Siegesserie von Ferrari bei den 24 Stunden von Le Mans Anfang der 1960er Jahre. Zugleich war sein Unternehmen – obwohl zu den „Großen Drei“ im Automobilbau der USA gehörend – durch die Marktbeherrschung von General Motors und den aufstrebenden Chrysler-Konzern in Zugzwang geraten. Ford sah es, gerade auch im Hinblick auf die äußerst erfolgreiche Chevrolet Corvette, als zielführend an, die Marktanteile durch spektakuläre Erfolge im Automobilsport auszuweiten. Ford unterbreitete Ferrari 1963 ein Übernahmeangebot, das der Commendatore nach längeren Verhandlungen schließlich ausschlug. Dies brachte Henry Ford so auf, dass er nun um fast jeden Preis mit einem eigenen Rennsportwagen Ferrari beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans bezwingen wollte. Anknüpfend an die Erfolge Carroll Shelbys mit den bulligen Ford Cobra und dem Cobra Daytona Coupé in der GTKlasse stellten die Ingenieure von Ford den legendären GT40 auf die Räder, der nach einigen Misserfolgen schlussendlich doch Ferrari in Le Mans schlagen und den Langstreckenklassiker von 1966 bis 1969 gewinnen konnte. 

Um die entgegengesetzte Ausgangslage der beiden Unternehmen vor dem Zweikampf zu verdeutlichen, steigen die Produzenten tief in die Historie ein: Ferrari, der den Motorsport als seine Leidenschaft mit dem für ihn eher lästigen Verkauf hochkarätiger Sportwagen zu finanzieren versuchte – Ford, der den Verkauf durch Sporterfolge ankurbeln wollte. Neben herrlichen zeitgenössischen Aufnahmen erlangt die Dokumentation durch Äußerungen von Zeitzeugen besondere Authentizität. Für Ferrari kommen der bekannte und im letzten Jahr verstorbene Automobil-Historiker und Buchautor Brian Laban, Carlo Tazzioli, Mauro Forghieri und Enzo Ferraris Sohn Piero zu Wort. Die Geschichte von Ford erläutern u.a. Henry Ford III als der Urenkel des Firmengründers und Edsel Ford II als Sohn von Henry Ford II. Sehr erhellend werden sowohl die Situation auf dem US-Markt als auch die speziellen Probleme im Rennteam von Ferrari herausgearbeitet, das Anfang der 1960er Jahre zahlreiche hochrangige Mitglieder nach internen Querelen mit Enzo Ferraris Frau Laura verlassen hatten und dessen Schicksal fortan in den Händen des jungen Mauro Forghieri lag. Geradezu humorvoll geben Piero Ferrari und Carlo Tazzioli das sehr eigenwillige Verhalten Enzo Ferraris bei den Verhandlungen mit Ford wieder. Denn nach dem Korb, den der stolze Italiener dem amerikanischen Konzern gegeben hatte, sicherte er später auf hoch intelligente Weise die Zukunft seines Unternehmens durch die Zugehörigkeit zum Fiat-Konzern. 

Zahlreiche Techniker beschreiben die durch wunderbare Originalaufnahmen belegte Entwicklung sowohl der Mittelmotor-Prototypen von Ferrari vom 250 P bis zum 330 P4 als auch des seinerzeit revolutionären Ford GT 40 und seiner Varianten Mk.II und Mk. IV. Selbst das später nie zum Renneinsatz gekommene J-Car von Ford wird gezeigt und auf den mit diesem Wagen erlittenen tödlichen Unfall von Ken Miles bei Testfahrten in Riverside eingegangen. Groß ist die Zahl bekannter Rennfahrer, die ihre Erinnerungen an das Geschehen einfließen lassen: Jackie Oliver, David Hobbs, Brian Redman, Richard Attwood, Dan Gurney, Mario Andretti, John Surtees. Dabei bleiben auch die Umstände, die zu John Surtees' Trennung von Ferrari führten, nicht unerwähnt, bis hin zur Ausleuchtung des intriganten Verhaltens des damaligen Rennleiters von Ferrari, Eugenio Dragoni. 

Für mich persönlich stellen die Originalaufnahmen von den großen Langstreckenrennen 1965 und 1966 in Daytona, Sebring und Le Mans einen weiteren Höhepunkt des Films dar. Damals gab es kaum Rennübertragungen, so dass derartiges Filmmaterial wirklich Seltenheitswert hat. Nach den krachenden Niederlagen, die Ford 1964 und 1965 in Le Mans gegen Ferrari kassiert hatte, gipfelt die Dokumentation in den Berichten über die Ford-Siege 1966 und 1967, zuletzt errungen gegen die bildschönen Ferrari 330 P4, die 1967 trotz der Le-Mans-Niederlage doch noch im letzten Lauf in Brands Hatch den Titel in der Internationalen Meisterschaft für Sport-Prototypen für die Scuderia Ferrari sicherten. Das allerdings störte Ford nicht mehr, für die Amerikaner war der Sieg in Le Mans das entscheidende Kriterium. Mit diesem Sieg 1967 begründeten übrigens Dan Gurney und A.J. Foyt die heute bei Siegerehrungen traditionelle Form der "Champagner-Dusche". Ferrari und Ford waren in den Jahren von 1965 bis 1967 mit jeweils bis zu zehn Fahrzeugen – verteilt auf unterschiedliche Bewerber-Teams – in Le Mans am Start. Heute gilt es – zu Recht – als finanzieller und organisatorischer Gewaltakt, wenn eine Werksmannschaft mit drei Prototypen antritt . . . 

Zum Schluss der Dokumentation wird der Bogen zu den 24 Stunden von Le Mans 2015 und 2016 geschlagen – 2016 deshalb, weil sich der erste Ford-Sieg zum 50. Mal jährte und Ford aus diesem Anlass mit vier neuen Ford GT in der Klasse GTE-Pro antrat und diese auch – nicht zuletzt aufgrund einer etwas zweifelhaften Einstufung in der „Balance of Performance“ (BOP) – auf Anhieb gewann.

"The 24 Hour War" ist in meinen Augen eine der besten Automobilsport-Dokumentationen der letzten Jahre und für den, der diesen Kampf in den 1960er Jahren mitverfolgt hat, ein wahres "Must Have". 

Leider nicht vollkommen unkompliziert ist die Beschaffung des Films. Man kann ihn in den USA bei der Produktionsfirma Chassy Media bestellen, allerdings sollte man dann über einen Codefree-Player verfügen, da sowohl die DVD als auch die Blu-ray nur im Regionalcode 1 für Nordamerika hergestellt werden. Ein anderer Empfangsweg ist der "amazon fire TV stick", über den der Film mit einem amazon prime"-Vertrag abgespielt werden kann. 


The 24 Hour War Format: DVD bzw. blu-ray im Regionalcode für Nordamerika 
Bildformat: 16:9 Laufzeit: 100 Minuten 

Drehbuch und Regie: Adam Carolla, Nate Adams 
Sprache: Englisch Preis: $ 18,- plus Versand 
Erhältlich über https://chassy.com/product/24-hour-war/ und über den amazon fire TV stick im Rahmen eines amazon-prime-Vertrages zu empfangen.

Rezension Thomas Nehlert „Remember Le Mans DVD“ Cinecraft GmbH, RacingWebShop, 2017

Er ist ein Mythos, und wirklich jeder Motorsportfan kennt ihn, den Spielfilm "Le Mans" von und mit Steve McQueen. Um die Entstehung dieses Films ranken sich so unzählige Anekdoten und Geschichten, dass mit diesem Material bereits mehrere Bücher und auch filmische Dokumentationen gefüllt worden sind. Allerdings sind all diese Publikationen englischsprachig, so dass der in Österreich beheimateten Cinecraft GmbH, dem Drehbuchautor und Regisseur Christian Giesser und McKlein Publishing in Köln das Verdienst zukommt, mit der Doppel-DVD "Remember Le Mans" die Ereignisse um die Verwirklichung des Lieblingsprojekts von Steve McQueen erstmals in deutscher Sprache darzustellen. 

Was allerdings den Begriff der "deutschen Sprache" angeht, bedarf es doch zunächst einmal einer etwas weiten Auslegung: denn Dr. Erich Glavitza als einer der Hauptprotagonisten der Dokumentation spricht einen so ausgeprägten österreichischen Dialekt, dass man sich schon etwas "einhören" muss, um all seine sehr langen Ausführungen zu verstehen. 

Der 90minütige Hauptfilm ist in 20 Titel untergliedert. Die Eingangssequenz ist auf interessante Weise dem Anfang des Urfilms nachempfunden: Erich Glavitza fährt mit einem aus den späten 1960er Jahren stammenden Porsche 911 durch das heutige Le Mans – so wie damals Steve McQueen mit seinem 911 durch das seinerzeit noch deutlich verträumter wirkende Städtchen an der Sarthe. War es einst ein neues und sehr gepflegt wirkendes 911-Exemplar – das inzwischen zu einem atemberaubenden Preis versteigert worden ist – , so macht Glavitzas Porsche doch einen schon recht mitgenommenen Eindruck. 

Erich Glavitza, in Wien zum Doktor der Philosophie und Wissenschaftstheorie promoviert, betätigte sich als Rennfahrer, Stuntman, TV-Kommentator, Leiter einer Rennfahrerschule und als Buchautor. Ausführlich schildert er, wie er als Stuntman zu dem Film "Le Mans" kam und welche Erfahrungen er im Sommer 1970 bei den Dreharbeiten machte. Gleichfalls kommen der frühere Stuntman und Rennfahrer Peter Huber, der Produktionsassistent Dr. Walter Riml und der auch zum Produktionsteam gehörende Peter Samuelson zu Wort. 

Insbesondere die Darstellungen von Samuelson sind überaus aufschlussreich, da sie einerseits verdeutlichen, dass "Le Mans" der Film mit den zweifellos besten und authentischsten Rennszenen ist, der jemals gedreht wurde, andererseits aber auch zeigen, welches Chaos am Filmset herrschte und mit welchen massiven Problemen die Produktion zu kämpfen hatte. McQueen, der mit seiner Solar Productions Gesellschaft den Inhalt des Films als reines Autosport-Drama bestimmen wollte, ließ dem Regisseur John Sturges keinen Raum zur Durchsetzung einer annehmbaren filmischen Handlung, so dass Sturges schließlich abreiste und Lee Katzin als von McQueen gesteuerter Regisseur versuchte, die Rolle eines Regisseurs auszufüllen. McQueen selbst zeigte – nach den Schilderungen der Betroffenen – bei den Dreharbeiten zwei Gesichter: den Rennfahrern gegenüber voller Zuneigung und Verbundenheit und Respekt, den Filmschaffenden gegenüber teilweise unstrukturiert, häufig unhöflich und ohne jedes Verständnis für die erzählerische Dimension eines Spielfilms. So kommt Samuelson auch zu dem Ergebnis, dass McQueen ein Rennsportbesessener war, ein charismatischer Film-Star, ein unglaublicher Womanizer – aber kein begnadeter Schauspieler oder gar Regisseur. 

So liegt auch die Stärke dieser Dokumentation darin, dass sie den Kultfilm "Le Mans" nicht unkritisch lobpreist, sondern Stärken und Schwächen in die Tiefe gehend herausarbeitet. 
Dennoch kommt die Begeisterung für "Le Mans" nicht zu kurz, und zwar in erster Linie durch die eingehenden Interviews mit drei Rennfahrern, die damals – zusammen mit vielen anderen Piloten – mit ihren Fähigkeiten für packende und authentische Rennszenen sorgten: Jürgen Barth, Herbert Linge und Willi Kauhsen. Diese zeichnen, ihren Erfahrungen entsprechend, ein beeindruckend positives Bild von McQueen und schildern im Detail den Aufwand, der betrieben wurde, um absolut realitätsnahe Renn- und Unfallsequenzen zu realisieren. Jürgen Barth kommt zu dem Schluss „wir haben damals Hollywood in Le Mans erlebt“. 

Wenn die Dokumentation auch im wesentlichen aus den Interviews mit den Beteiligten an dem Filmprojekt besteht, so haben doch auch einige filmische Sequenzen Eingang gefunden. Die Passagen aus dem Spielfilm sind sehr sparsam gesetzt, was sicherlich auch mit den Urheberrechten und den damit verbundenen Kosten zu tun hat. Hinzu kommen mehrere Bilder vom Filmset, die den zeitgenössischen Rahmen ebenso wiedergeben wie einige Originalaufnahmen aus einem früheren 24-Stunden-Rennen; allerdings stammen diese aus dem Jahr 1967, denn Ferrari 330P4 und Shelby-Ford spielten 1970 keine Rolle mehr. 

Das mit 233 Minuten sehr lange Bonusmaterial besteht aus detailreichen Äußerungen der auch im Hauptfilm zu Wort gekommenen Personen. Hervorzuheben sind dabei wieder die Ausführungen von Peter Samuelson und die der drei Rennfahrer Barth, Linge und Kauhsen, die nicht nur auf den Film "Le Mans" eingehen, sondern auch auf ihren beruflichen und rennfahrerischen Lebensweg und die damit verbundenen Erfahrungen sowie auch auf ihre Lieblingsfahrzeuge.

"Remember Le Mans" stellt eine lohnende Bereicherung des Materials über den Kultfilm von 1970 dar. Die Dokumentation verdeutlicht, welch großartige Leistung es war, derartig wirklichkeitsnahe Rennaufnahmen zu einer Zeit zu erstellen, in der es noch keine die Realität zuweilen verfälschende Computertechnik gab. 


Remember Le Mans 

Format: 2 PAL DVDs 
Bildformat: 16:9
Regionalcode: 0 – Alle Regionen 
Laufzeit: 90 Minuten (Hauptfilm), 233 Minuten Bonusmaterial
Drehbuch und Regie: Christian Giesser 
Sprache: Deutsch 
Preis: € 29,90 Erhältlich ausschließlich über www.racingwebshop.com

Rezension: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (DVD),

Macht die Leichtigkeit des Seins einsam?

Romanvorlage für diesen Film ist Milan Kunderas Buch "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins." Seit ich diesen Roman gelesen habe, ist zuviel Zeit ins Land gegangen, um mich detailliert an Einzelheiten erinnern und konkrete Vergleiche zum Film herstellen zu können. Von daher beziehe ich mich bei meiner Rezension nur auf das, was ich gesehen habe. Die Spieldauer des Films von Philip Kaufmann beträgt 166 Minuten. Die Handlungszeit ist der so genannte "Prager Frühling", dessen jähes Ende und die düstren Monate danach. 

Zwischen Januar und August 1968 gab es in der damaligen CSSR unter der Führung von A. Dubcek einen Liberalisierungs- und Demokratisierungsprozess. Durch die militärische Intervention der UdSSR und vier weiterer Staaten des Warschauer Paktes wurde dieser Prozess gewaltsam unterbunden. Man beklagte 94 Todesopfer. Diese wurden durch die Breschnew-Doktrin pseudo- legitimiert. Das, was sich auf den Straßen zutrug, wird teilweise durch Originaleinblendungen dargestellt. 

Worum geht es? 

Der in Prag lebende Hirn-Chirurg Tomas (Daniel Day-Lewis), ein sehr hagerer, leicht unterkühlter Mann, dessen erotische Ausstrahlung mir erst - wenn überhaupt - auf den dritten Blick auffiel, ist polygam veranlagt und lebt seine diesbezüglichen Neigungen voll aus. Mit seiner hocherotische, bildschönen Geliebten Sabina (Lena Olin), einer Künstlerin, die ähnlich wie er viele Affären hat, scheint er eine besonders zufrieden stellende körperliche Beziehung zu haben. Die beiden sind spürbar immer wieder sexuell voneinander in den Bann geschlagen. Sie haben Spaß am Moment und gehen anschließend stets erneut ihrer Wege. 

Bürgerliche Bande streben sie offenbar nicht an. Die beiden genießen die Leichtigkeit des Seins, wenn man so will. Auf dem Land lernt Tomas durch Zufall Teresa (Juliette Binoche), ein hübsches, leicht melancholisches, introvertiertes Mädchen kennen. Als die beiden auf einer Parkbank miteinander sprechen, liest Teresa gerade Tolstois Anna Karenina. 

Zehn Tage später steht sie bei Tomas in Prag vor der Tür und zieht zunächst vorübergehend zu ihm in die Wohnung. Sie sucht einen Job in der Stadt. Zwischen den beiden entspinnt sich - wie könnte es anders sein - eine sexuelle Beziehung, die Thomas keineswegs veranlasst seinem polygames Liebesleben ein Ende zu setzen. Seine sexuellen Eskapaden haben nichts mit seinem Liebesleben zu tun. 

Teresa leidet unter dieser Polygamie und versucht ihre Hauptwidersacherin Sabina mittels Fotoaufnahmen körperlich zu studieren. Es kommt zwischen den zwei Frauen sogar zu körperlichen Annährungen, die allerdings seitens Teresa keine lesbischen Komponenten beinhalten. Teresa kann nur dann erfüllenden Sex haben, wenn sie liebt. 

Tomas ist ihre große Liebe, den sie mit anderen Frauen nicht teilen möchte. Nach dem Ende des Prager Frühlings emigrieren die Protagonisten nach Genf, aber Teresa kehrt alsbald nach Prag zurück, weil sie sich für ein neues Leben zu schwach fühlt. Tomas folgt ihr, da er die Leichtigkeit des Seins, die er eigentlich genießt, ohne seine Frau nicht ertragen kann. Er scheint sich ohne ihrer Nähe einsam zu fühlen. Ob das ein Indiz für Liebe ist, möchte ich allerdings bezweifeln. 

In Prag bekommt Tomas wegen eines Artikels, den er im Prager Frühling verfasste, Ärger und darf nicht mehr als Hirn-Chirurg tätig sein. Seine amourösen Abenteuer sind nach wie vor Teil seines Lebensinhaltes. Erst der Tod vereint Teresa und Tomas auf ewig miteinander, wobei nach meiner Ansicht Tomas bei Sabina besser aufgehoben gewesen wäre. 

Beindruckende, aber auch gleichzeitig beklemmende Bilder von Prag aus lang zurückliegender Zeit. Sehr gute, sehr nachdenkliche Dialoge.

Empfehlenswert.

Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich  

Rezension: Der große Gatsby (DVD)

Der vorliegende Film zählt zu meinen Lieblingsfilmen, obschon die gleichnamige Romanhandlung von Fitzgerald nicht 1:1 umgesetzt worden ist. Das halte ich aber nicht für besonders bemängelswert, denn der Geist des Romans spiegelt sich im Film auf beeindruckende Weise. Genau darauf kommt es bei Literaturverfilmungen meiner Meinung nach an.

Beleuchtet wird die High-Society der Ostküste der USA während der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Als Tableau dient die tragische Liebesgeschichte zwischen dem reichen, Geheimnis umwitterten Jay Gatsby und der schönen, aber leichtfertigen Daisy.

In Amerika zeigen sich die so genannten "Goldenen Zwanziger" als die Zeit der Prohibition, des ausgiebigen Drogenkonsums, der luxeriösen Parties mit neuartigen Jazzklängen. Zudem werden die Oberflächlichkeit, Blasiertheit und Übersättigung der mondänen, höheren Gesellschaftsschicht zu Tage gefördert. Zeitgenossen, die erst jüngst zu Geld gekommen sind, finden dort kaum Zugang und selten wirkliche Akzeptanz. Der amerikanische Traum, der verspricht, dass man durch Tüchtigkeit alles erreichen kann, stellt sich in seiner realen Durchführung als höchst fragwürdig dar oder stößt zumindest, wenn es um gesellschaftliche Anerkennung geht, an seine Grenzen. Der tüchtige Gatsby (Robert Redford), der so vielen Vieles gibt, hat im Grunde keine Freunde, keine wirklichen Herzensbeziehungen, die auf Gegenseitigkeit beruhen.

Die Menschen um ihn herum sind - nahezu ohne Ausnahme - materiell fixiert und letztlich alle vom Stamme Nimm. Selbstbezogen, vermögen sie nicht die seelische Tiefe dieses Mannes zu erkennen. Als Mensch ist Gatsby für diese ethisch verkommene Clique nicht interessant. Dies gilt vor allem für die von ihm so geliebte Daisy.

Ich kenne keinen Schauspieler, dessen Augen so viel Intelligenz und spitzbübischen Charme versprühen wie jene von Robert Redford. Die Rolle des Gatsby ist ihm wahrlich auf den Leib geschneidert. Man begreift nicht, weshalb die farblose Daisy (Mia Ferrow) von diesem Mann nicht hingerissen ist. Attraktiver als Gatsby alias Redford kann kein Mann sein. Ist Daisy blind?

Beeindruckende Bilder von Gartenpartys auf Gatsbys Anwesen begeistern der Zuschauer. Die hübschen, glitzernden Kleider aus den Zwanziger Jahren, die die Frauen tragen, deren gesamte Aufmachung, aber mehr noch die Musik wirken lange nach.

Trotz der vielen schönen Momentaufnahmen ist " Der große Gatsby" ein sehr trauriger, aber keineswegs sentimentaler Film. Man leidet mit den Protagonisten, während er auf einer Luftmatraze im Swimming Pool liegt und die Klänge von " What`ll I do? " leise die Ohren betören.

Gatsby ist eine tragische Gestalt. Die Bild - und die Tonqualität sind ausgezeichnet!

 Ein sehr empfehlenswerter Film

Im Fachhandel erhältlich.