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Rezension:George Harrison - Living in the Material World [2 DVDs] (DVD)

Die beiden CDs mit einer Spieldauer von insgesamt 209 Minuten dokumentieren das Leben des Musikers George Harrison (1943-2001) anhand vieler Filmsequenzen und Interviews, begleitet von wunderbaren Musikstücken Harrisons, der Beatles und anderer Musiker, die man während der Proben und auf der Bühne immer wieder erleben darf.


Die Dokumentation beginnt mit einer Gartenimpression in Harrisons Park und endet mit der gleichen Impression, nachdem sich sein Lebenskreis geschlossen hat.

Gezeigt werden zunächst Filmsequenzen vom Ende des 2. Weltkrieges in England. Einerseits wird das zerbombte Liverpool, die Geburtsstadt Georges, andererseits die Freude der Menschen fokussiert, die das Kriegsende feiern. Mittendrinnen der kleine George, der zwei Jahrzehnte später mit seiner Musik dazu beiträgt, die Welt zu revolutionieren.

Man erfährt ein wenig von der Entwicklung dieses Jungen bis zum dem Tage, wo er Leadgitarrist der Beatles wurde. Seine beiden Brüder und Paul McCartney berichten aus jenen Tagen, aber auch der Musiker und spätere Freund Klaus Voormann, der Harrison und mit ihm die Beatles in Hamburg in einem Club in den frühen 1960ern kennenlernte und von der Musik der Beatles hingerissen war.

Zu Wort kommt auch die ehemalige Freundin Voormanns, die Fotografin Astrid Kircherr, die Harrison sehr gut von seinem Wesen her beschreibt und von seiner liebenswerten Art schon damals überaus angetan war.

Alle Menschen, die mit ihm in Berührung kamen, waren von seiner herzlichen, humorvollen Art berührt. Dieses Wesen veränderte sich weder in den Höhen noch Tiefen seines Lebens. Es war stets für alle erkennbar, weil er immer sich selbst zum Ausdruck brachte.

Man erlebt George als Mitglied der Beatles, der stets auf spiritueller Suche war und in Indien schließlich fand, wonach ihm der Sinn stand. Für Harrison wurde Meditation ein wichtiges Mittel der Bewusstseinserweiterung, zeitweilig wohl auch die Drogen bis hin zu LSD. In Indien lernt er den Musiker Ravi Shankar kennen, der ihn das Sitarspielen lehrte. Zuvor allerdings wird man mit vielen Szenen aus der Blütezeit der Beatles vertraut gemacht, erlebt wie sich die vier Musiker gegenseitig inspirierten und eine Kreativität an den Tag legten, die ihresgleichen sucht.

Eric Clapton, ein enger Freund von George, berichtet packend von seinen Erinnerungen, auch davon wie er sich in dessen Frau Patty verliebte und wie George mit diesem Umstand umging.

George Harrison scheint ein sehr großzügiger Mensch gewesen zu sein, der besonders nachdem er spirituelle Erfahrungen in Indien gesammelt hatte, loslassen konnte und sich wohl deshalb immer weiter entwickelte, auch nach dem Ende der Beatles, wie seine Solokarriere auf musikalischem Wege und seine sonstige Entwicklung deutlich machen.

Von dem Attentat auf ihn und seine Frau im Jahre 1999 berichtet seine Witwe Olivia Arias. Auch ihr gemeinsamer Sohn Dhani kommt im Film zu Wort.

Dass Harrison auch Filme produzierte, was mir bislang nicht bekannt. So hat er beispielsweise den Film "Das Leben des Brian" produziert.

Alle, die über George im Film sprechen, fühlen sich über seinen Tod hinaus freundschaftlich mit ihm verbunden. Alle liebten sein feinfühliges Wesen. Er muss unzählige Freunden gehabt haben, keineswegs nur aus Musikerkreisen. Kein Wunder, dass ihm Frauen zu Füßen lagen, denn er besaß die Gabe mitten in ihr Herz zu blicken. Seine Augen machen das deutlich. Sie lassen die Tiefe seines Seelenlebens erkennen und offenbaren etwas ungeheuer Liebevolles, das man kaum mit Worten beschreiben kann. Seine Musik ist Ausdruck dieser Seele, die sich der Spiritualität ganz weit geöffnet hat.

Seine Witwe berichtet, dass in den Minuten seines Todes der Raum mit hellem Licht erfüllt gewesen sei. Kein verwunderlicher Abschied für den Komponisten von "Here comes the sun".

Eine wirkliche gelungene Dokumentation mit genialen Musikstücken.

Empfehlenswert.

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