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Rezension: Der große Gatsby (DVD)

Der vorliegende Film zählt zu meinen Lieblingsfilmen, obschon die gleichnamige Romanhandlung von Fitzgerald nicht 1:1 umgesetzt worden ist. Das halte ich aber nicht für besonders bemängelswert, denn der Geist des Romans spiegelt sich im Film auf beeindruckende Weise. Genau darauf kommt es bei Literaturverfilmungen meiner Meinung nach an.

Beleuchtet wird die High-Society der Ostküste der USA während der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Als Tableau dient die tragische Liebesgeschichte zwischen dem reichen, Geheimnis umwitterten Jay Gatsby und der schönen, aber leichtfertigen Daisy.

In Amerika zeigen sich die so genannten "Goldenen Zwanziger" als die Zeit der Prohibition, des ausgiebigen Drogenkonsums, der luxeriösen Parties mit neuartigen Jazzklängen. Zudem werden die Oberflächlichkeit, Blasiertheit und Übersättigung der mondänen, höheren Gesellschaftsschicht zu Tage gefördert. Zeitgenossen, die erst jüngst zu Geld gekommen sind, finden dort kaum Zugang und selten wirkliche Akzeptanz. Der amerikanische Traum, der verspricht, dass man durch Tüchtigkeit alles erreichen kann, stellt sich in seiner realen Durchführung als höchst fragwürdig dar oder stößt zumindest, wenn es um gesellschaftliche Anerkennung geht, an seine Grenzen. Der tüchtige Gatsby (Robert Redford), der so vielen Vieles gibt, hat im Grunde keine Freunde, keine wirklichen Herzensbeziehungen, die auf Gegenseitigkeit beruhen.

Die Menschen um ihn herum sind - nahezu ohne Ausnahme - materiell fixiert und letztlich alle vom Stamme Nimm. Selbstbezogen, vermögen sie nicht die seelische Tiefe dieses Mannes zu erkennen. Als Mensch ist Gatsby für diese ethisch verkommene Clique nicht interessant. Dies gilt vor allem für die von ihm so geliebte Daisy.

Ich kenne keinen Schauspieler, dessen Augen so viel Intelligenz und spitzbübischen Charme versprühen wie jene von Robert Redford. Die Rolle des Gatsby ist ihm wahrlich auf den Leib geschneidert. Man begreift nicht, weshalb die farblose Daisy (Mia Ferrow) von diesem Mann nicht hingerissen ist. Attraktiver als Gatsby alias Redford kann kein Mann sein. Ist Daisy blind?

Beeindruckende Bilder von Gartenpartys auf Gatsbys Anwesen begeistern der Zuschauer. Die hübschen, glitzernden Kleider aus den Zwanziger Jahren, die die Frauen tragen, deren gesamte Aufmachung, aber mehr noch die Musik wirken lange nach.

Trotz der vielen schönen Momentaufnahmen ist "Der große Gatsby" ein sehr trauriger, aber keineswegs sentimentaler Film. Man leidet mit den Protagonisten, während er auf einer Luftmatraze im Swimming Pool liegt und die Klänge von " What`ll I do? " leise die Ohren betören.

Gatsby ist eine tragische Gestalt, weil er nicht erkennt, dass die von ihm verklärte Vergangenheit nicht in der Gegenwart  neu aufleben kann und  er sich von  Daisy und  ihresgleichen vorführen lässt. Deren Hochmut ist sein Waterloo.

 Die Bild - und die Tonqualität sind ausgezeichnet!

 Ein sehr empfehlenswerter Film

Im Fachhandel erhältlich.

Rezensionen: #Sophie_Scholl - Die letzten Tage (DVD)

Zur Vorgeschichte: Als Hitler an die Macht kam, lebte die Familie Scholl in Ulm. Trotz der Warnungen ihres Vaters waren die Geschwister Sophie und Hans mit Begeisterung in der Hitlerjugend. Doch Hans begann allmählich zu zweifeln. Auch für Sophie wurde das halbe Jahr Arbeitsdienst und ein weiteres halbes Jahr Kriegshilfsdienst zu schweren Probe.

Der Vater ist mehrfach von der Gestapo verhört und verhaftet worden. Endlich konnte Sophie 1939 ihr Studium beginnen. Dort traf sie wieder auf ihren Bruder Hans und seine Freunde.

Stark beeindruckt wurde die Gruppe von Professor Kurt Huber, einem Philosophen und Psychologen. Als Sophie die "Flugblätter der Weißen Rose" las, die kurz nach dem Beginn des Studiums plötzlich in der Universität auftauchten, kamen ihr die Sätze darin seltsam vertraut vor und bald musste sie entdecken, dass ihr Bruder daran wesentlichen Anteil hatte

Nach einem Fronteinsatz der Medizinstudenten während der Semesterferien wurde die Widerstandsarbeit wieder aufgenommen und wirkte sich auch nach Freiburg und Hamburg aus.

Nach Katastrophe in Stalingrad beteiligte sich Sophie aktiv an der Herstellung und Verbreitung von Flugblätter. Das ist der Moment, wo der Film seinen Anfang nimmt:

Man sieht Sophie, dargestellt von Julia Jentsch, zunächst in ihrem Zimmer einen Brief schreibend, in welchem sie völlig entzückt ein Schubertlied erwähnt. Alles wirkt friedlich, beinahe idyllisch.

Schon wenig später jedoch ist es aus mit der Idylle. Einige Mitglieder der "Weißen Rose" verfassen einen Aufruf, der demokratische Strukturen für Deutschland fordert und das Ende des Terror-Regimes der Nazis dezidiert postuliert. Der Aufruf wird vervielfältigt. Hans und Sophie verteilen ihn u.a. an der Uni in München, wo sie vom Hausmeister entdeckt und sofort Gestapo übergeben werden.

Jetzt beginnen die Verhöre, die übrigens textlich über lange Passagen den Original-Verhörprotokollen entsprechen. Der Gestapomann Mohr (hervorragend dargestellt von Alexander Held), ein typischer NS-Spießer, befragt Sophie zur Sache und verliert aufgrund ihrer Stärke während des Verhörs immer mehr an Dominanz. Am Ende versteckt er sich nur noch hinter den Gesetzen als Sophie Scholl ihn mit Fragen des Gewissens konfrontiert.

Die Scholls versuchen soviel "Schuld" wie möglich auf sich selbst zu ziehen, nachdem die Indizienlage das Leugnen der Flugblattaktion unmöglich gemacht hat, weil sie ihre Freunde schützen wollen.

Schließlich findet ein Schauprozess statt, wo man die Geschwister Scholl und ihren Freund Christoph Probst des Hochverrates und der Wehrkraftzersetzung anklagt.

Sophie träumte in der Nacht vor dem Prozess sie sei mit einem Kind im Arm in eine Gletscherspalte gestürzt, habe das Kind aber noch auf der sicheren Seite ablegen können. Diesen Traum erzählt sie ihrer Zellenmitbewohnerin und analysiert, dass das Kind die Idee sei, die nach ihrem Tod am Leben bleiben werde.

Freisler verurteilt die drei jungen Studenten zum Tode. Sophie lässt sich von diesem fürchterlichen Menschen allerdings nicht einschüchtern und spricht aus, was sie denkt.

Bevor sie tags darauf zur Guillotine geführt wird, notiert sie in ihrer Zelle auf ein Blatt das Wort Freiheit, betet mit einem Priester und saugt die morgendliche Sonne nochmals ganz bewusst ein.

Die drei Freunde treffen sich auf eine Zigarette, umarmen sich, dann wird Sophie abgeführt. Man sieht Sophie auf der Guillotine liegen und vernimmt das martialische Klacken ..... All dies, was der Film zeigt, ist real geschehen. Einfach unfassbar!

Die Widerstandgruppe die "Weiße Rose" forderte zum passiven Widerstand auf und zwar im Namen der Gerechtigkeit, der Menschlichkeit, der anständigen Gesinnung und der christlichen Glaubens. Dass die Antwort der Nazis auf diesen Idealismus ohne Gewalt und Organisation die Hinrichtung war, kennzeichnet noch schärfer als das Vorgehen vom 20. Juli 1944 das Wesen des Dritten Reiches.

Im Anschluss an den Film, der sehr überzeugend -auch im Detail- den Geist der NS-Zeit wiedergibt, erfährt man, wie dieser entstanden ist und wie die einzelnen Schauspieler sich mit ihren schwierigen Rollen mental auseinandergesetzt haben.

Sehr empfehlenswert!

Im Fachhandel erhältlich.

Helga König

Rezension 2009

Rezension: Der Löwe im Winter (DVD)

Während meines letzten Aufenthaltes an der Loire besuchte ich das Kloster Fontevraud. Dort sind die Leichname von Eleonore von Aquitanien und von ihrem Gatten Heinrich II bestattet, auch ihre Nachkommen Richard Löwenherz und Isabelle d` Angoulem haben hier ihre letzte Ruhe gefunden. 

Auf der Grabstatue von Eleonore von Aquitanien ist die einstige Königin von Frankreich dann von England mit einem Buch abgebildet. Die bildschöne Aquitanierin war, wie man der Biographie von Regine Pernoud entnehmen kann, eine Intellektuelle. 

Die beiden Hauptdarsteller des vorliegenden, mit 3 Oscars gekrönten Films sind König Henry II (Peter O`Toole) und seine Gemahlin Eleonore (Katherine Hepburn). Die Filmhandlung spielt 1183 auf Schloss Chinon. Schloss Chinon (Indre et Loire) war einst eine königliche Residenz Henry II.

Zum besseren Verständnis des Film einige Informationen zu den beiden Hauptdarstellern: Eleonore von Aquitanien (1122- 1204) war die Erbtochter Wilhelm X des Herzogs von Aquitanien und ist als Königin der Troubadoure in die Geschichte eingegangen, nicht zuletzt, weil sie bereits am Hofe ihres Vaters den Minnegesang förderte und auch während ihrer glänzenden Hofhaltung als englische Königin die Troubardourpoesie Musik- und Kunstinteressierten weitervermittelte. 

1137 wurde sie mit König Ludwig VII von Frankreich vermählt. Eleonore galt als sinnlich und graziös, ihr Ehemann als fromm und plump. Die schöne Eleonore ertrug das Leben mit dem "königlichen Schreiber" 15 Jahre lang. Während des zweiten Kreuzzuges, auf dem sie ihn begleitete, teilte sie in Antiochos ihren Entschluss mit, sich scheiden zu lassen. "Ich glaubte einen Mann zu heiraten und keinen Mönch." 

Vom Orient betört (zweifelsohne auch von einem schönen Christen, ihrem Onkel Raimond von Poitiers und einem hübschen Mohammedaner, dem Höfling Saladin) dachte sie daran sich dort niederzulassen, aber Ludwig VII war keineswegs gewillt auf diese Frau und deren Mitgift Aquitanien zu verzichten. Er entführte sie mit Gewalt aus Antiochos und fuhr mit ihr an die Ufer der Seine zurück. Es half nichts. Nachdem das Konzil von Beaugency bei den Eheleuten Blutsverwandtschaft sechsten Grades festgestellt hatte, annullierte es am Palmsonntag des Jahre 1152 die Ehe von Eleonore und Ludwig. Aquitanien ging an die einstige Besitzerin zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie sich bereits in Heinrich Plantagenet, Graf von Anjou, Herzog der Normandie verliebt, heiratete ihn zwei Monate später und schenkte ihm Aquitanien. 

Ab 1154 herrschten Heinrich II( 1154-1189) und Eleonore über England. Ihr Reich erstreckte sich von Schottland bis zu dem Pyrenäen. Während ihr Mann in den nördlichen Marken Krieg führte, verwaltete Eleonore Aquitanien allein. Zu jener Zeit lebte sie prunkvoll abwechselnd in Poitiers, Niort und Bordeaux, umgeben von hübschen Damen und galanten, redegewandten Herren. Sie beschützte die Troubadoure und Gelehrten, erfand "Kurse der Liebe" und reagierte flink bei geistvollen Spielen, verachtete darum aber keineswegs die Freuden des Körpers. 

Sie war Künstlerin und Liebende und betrachtete sich als Beschützerin öffentlicher Belange. Die Herzogin Eleonore urteilte, erließ Gesetze unterstützte Kommunalbewegungen, es heißt sogar sie habe ein Gesetzbuch für die Seeschifffahrt verfasst. Ihre mütterliche Leidenschaft wurde ihr zum Verhängnis. 

Da sie den Aufstand ihrer Söhne Heinrich, Richard und Geoffroy gegen ihren Vater unterstütze, ließ Henry sie auf Schloss Salisbury gefangen setzen. Zum Zeitpunkt der Filmhandlung blickte sie bereits auf 10 Jahre Gefangenschaft zurück.....

Zu Anfang des Films werden zunächst die Söhne Richard, Geoffroy und John vorgestellt, der Erstgeborene Sohn Henry ist bereits verstorben. Henry II. möchte, dass sein jüngster Sohn König wird, obschon dieser nicht die Fähigkeiten dazu besitzt. Er hinterlässt einen geradezu debilen Eindruck. Geoffroy ist intelligent, aber furchtbar intrigant. Richard (Antony Hopkins), der wohl Fähigste von allen, ist voller Hass auf seinen Vater. Alle drei Söhne möchten König werden, misstrauen einander und befeinden sich unterschwellig ständig, weil jeder den Ambitionen des anderen im Wege steht. Henry hält anlässlich des Weihnachtsfestes auf Chinon Hof. Er befindet sich mit seiner jungen Geliebten Alais (sie ist die Schwester des französischen Königs Philipp II (Timothy Dalton) - Sohn des einstigen Gatten Eleonores aus zweiter Ehe) bereits vor Ort. Eleonore kommt wie jedes Jahr aus Salisbury angereist, bewacht von Henrys Soldaten. 

Zwischen Henry und ihr findet ein zweistündiger verbaler Schlagaustausch statt, den ich auf diesem Niveau bislang nur in "Wer hat Angst vor Virginia Woolf " kennen gelernt habe. Gestritten wird um das Erbe, gezankt wird darum, wer König werden soll. Beide Elternteile haben unterschiedliche Favoriten...., doch es geht noch um mehr. 

Es geht auch um verletzte Eitelkeiten und Eifersucht und um grenzenlosen Hass. Eleonore kann Henry nicht verzeihen, dass er sie mit anderen Frauen betrogen hat, obschon auch sie keine Heilige war. Auch Henry reagiert alles andere als unemotional wegen der einstigen Liebhaber Eleonores. Das Ehepaar galt einst als das Liebespaar Europas. Alle Biographen schreiben von der enormen erotischen Anziehung der beiden zueinander innerhalb der ersten Ehejahre. 

Nun weiß man, dass aus wirklich leidenschaftlichen Liebesbeziehungen, wenn sie enden, keine Freundschaften werden können und so ist zwischen Eleonore und Henry nach ihrer Trennung ein Machtkampf ausgebrochen. Sie benutzen ihre Kinder, um diesen Kampf miteinander auszutragen. Ihre Kinder sind Mittel nur zu einem einzigen Zweck: sich gegenseitig weh zu tun. Alle drei Söhne haben extreme Persönlichkeitsdefizite, aufgrund ihrer lieblosen Erziehung, alle drei Söhne hassen ihre Eltern, die am liebsten ewig leben würden, wie die beiden bekunden. Sie missgönnen ihren Kindern das, was sie in ihrem Leben zuhauf genossen haben.... 

Die Kulissen des 1968 gedrehten "Der Löwe im Winter" sind ebenso hervorragend wie die Kostüme. Besser hätte man das Mittelalter nicht visualisieren können. Die Musik ist ein Ohrwurm und fügt sich sehr gut in das Gesamtkonzept. 

Der Film von Antony Harvey basiert übrigens auf dem Theaterstück von James Goldmann und setzt hohe Konzentration voraus. Die Texte sind sehr niveauvoll, hintergründig und werden schnell gesprochen. Im Kapitel "Damals" werden Bilder aus der Vergangenheit heraufbeschworen, die dem Zuschauer, der die Geschichte der beiden nicht kennt, Hintergrundinformationen liefern, um die Zusammenhänge besser zu begreifen. 

Ich habe mir erlaubt diese Infos meiner Rezension voranzustellen, weil dadurch der Filmgenuss vergrößert wird. Katharine Hepburn und Peter O `Toole spielen göttlich. Neben "Wer hat Angst vor Virginia Woolf " ist dies der beste Film, den ich bislang in meinem Leben gesehen habe. 

Die Dialoge sind spitzzüngig, hochintelligent und dabei voller Esprit. Die beiden Ausnahme-Schauspieler Hepburn und O`Toole besitzen das Format, um die Texte auf den Punkt genau sprachlich und mimisch umzusetzen. Die Leinwand ist hier zur Theaterbühne geworden. Die Ton- und Bildqualität sind bestens. 

Sehr empfehlenswert.

Rezension: Die Akte Odessa (DVD)

Der begnadete Schauspieler Maximilian Schell starb vor wenigen Tagen. In "Die Akte Odessa" mimt er die Person, um die sich der gesamte Film dreht. Es handelt sich bei dieser Person um einen Kriegsverbrecher, konkret um den KZ-Kommandanten Eduard Roschmann, den Schlächter von Riga.

Protagonist dieses britisch-deutschen Films allerdings ist nicht er, sondern der junge, freie Journalist Peter Miller (John Voight), der die Aufzeichnungen des Juden Salomon Tauber über dessen tragische Erlebnisse im Konzentrationslager Riga liest und sich aus unterschiedlichen Gründen, zu denen er sich zunächst ausschweigt entschließt,Roschmann zu finden, um ihn der Justiz zu übergeben.

Man schreibt das Jahr 1963. Gezeigt wird im Rahmen der Filmhandlung wie gut das Netzwerk der SS-Leute noch funktionierte und wie extrem der Hass gegen die Juden tatsächlich noch war. Der Film entstand übrigens aufgrund eines Romans von Frederick Forsyth. Den Nazi-Schergen Eduard Roschmann hat es tatsächlich gegeben.

Salomon Tauber beging Selbstmord als er feststellen musste, dass Roschmann 1963 noch am Leben war. Er hatte ihn wenige Tage vor seinem Tod zufällig in Hamburg gesehen. Roschmann hat eine neue Identität angenommen.

Als klar wird, dass Peter Miller in der Sache recherchiert, versucht man in umzubringen. Wie sich erweist, umfasst das Netzwerk der SS-Leute alle wichtigen Positionen in der Politik, in den Behörden, auch bei den Zeitungen. Es ist mehr als schwierig unter solchen Bedingungen überhaupt Aufklärung zu betreiben. Das ewig gestrige, braune Gesocks deckt sich gegenseitig und plant Ungeheuerliches.

Ich möchte die Filmstory an dieser Stelle nicht nacherzählen, um die Spannung nicht zu mindern. Wer Näheres im Vorfeld wissen möchte, kann sich bei Wikipedia informieren.

Einige Filmszenen haben mir verdeutlicht, wie eng damalige Nazi-Netzwerke noch waren, dabei ist es unerheblich, ob sie nun ODESSA oder wie auch immer hießen. Nochmals bewusst geworden ist mir, weshalb nachdenkliche junge Menschen aus der 68er Generation zumeist extreme Auseinandersetzungen mit ihren Vätern hatten und nicht selten einen klaren Bruch mit diesen herbeiführten, sofern erkennbar wurde, dass diese Väter an den Verbrechen der Nazis beteiligt waren und sie nicht bereuten, sondern vertuschten.

Besonders beeindruckt hat mich eine Szene ganz zum Schluss. Hier stellt Miller den Psychopathen Eduard Roschmann und man hat Gelegenheit das ganze Zugebrettertsein und die Versuche dieses Kretin, sich herauszulügen zu erleben. Roschmann steht für das ganze verantwortungslose Pack, das sich hinter Befehl und Gehorsam versteckte, um in erster Linie allerübelste Niedertracht auszuleben zu können.

Es wird mir nie in den Kopf gehen, weshalb innerhalb von gerade mal 12 Jahren eine solch abartige Gehirnwäsche möglich war, die bei vielen ewig anhielt. Dieser Mangel an Mitgefühl scheint die Hauptursache für die Grausamkeit und Niedertracht dieser Fieslinge gewesen zu sein, für die es eigentlich keine Worte gibt.

Ein wichtiger Film.

Empfehlenswert.

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Rezension:Ich sehe den Mann deiner Träume (DVD)

Regisseur dieses schwarz-humorigen Films ist Woody Allen. Dass Sir Antony Hopkins mitspielt, lässt die Qualität des Streifens bereits im Vorfeld erahnen. Der Titel ist vielleicht zunächst etwas irreführend, sein Sinn wird aber durch die Filmhandlung sehr schnell klar.

Worum geht es in diesem Film mit den vielen Sequenzen, die wie so oft bei Woody Allen-Produkten für ein jugendliches Tempo sorgen? Vielleicht darum, aufzuzeigen, dass es letztlich nie sinnvoll ist, aus einem diffusen Bauchgefühl heraus, seine Bodenhaftung aufzugeben und der Versuch seine Träume zu leben, auch schmerzhafte Bauchlandungen zur Folge haben kann. Neuerdings verkünden Ratgeber ja oft anderes.

Eine solche Bauchlandung legt der in die Jahre gekommene Alfie (Sir Antony Hopkins) hin, der nochmals jung sein möchte, sich körperlich stählt und seine langjährige Gattin Helena verlässt, die seine Jugendsehnsucht nicht mittragen will. Helena wirkt unglaublich spießig und altbacken, insofern versteht man Alfie natürlich in gewisser Hinsicht als er geht.

Nicht zu verstehen ist, dass der gestandene Business-Mann so naiv ist, eine neue Verbindung mit einer Bordsteinschwalbe einzugehen und sich von dieser materiell ruinieren zu lassen. Als er reuig zu seiner Frau zurück kehren möchte, hat sie kein Interesse mehr an ihm, sondern hat sich mittlerweile in einen alternden Buchhändler mit esoterischen Ambitionen verliebt...Ein Paar, bei denen die Chemie wirklich zu stimmen scheint.

Die Tochter von Alfie und Helena,- Sally- , ist mit einem Möchtegern-Schriftsteller verheiratet, der Medizin studiert hat, aber nicht als Arzt tätig sein möchte, sondern glaubt, seine Begabung liege im Schreiben. Da er zum gemeinsamen Leben pekuniär nichts beiträgt und Sally für den Lebensunterhalt sorgen lässt, wird diese allmählich ungehalten. Sie arbeitet bei einem Galeristen, verliebt sich in diesen, während ihr Mann anstelle einen Roman zu schreiben, nachmittags mit der schönen Nachbarin flirtet... Kurzum, die alten Beziehungen lösen sich auf, weil die Erwartungshaltungen nicht erfüllt wurden. Auch in neuen Beziehungen sind es unerfüllbare Erwartungshaltungen, die die Beziehungen in Frage stellen.

Welche Botschaft ist dem Film zu entnehmen? Man erwarte von keinem Dritten, dass er uns die Sterne vom Himmel holt, sondern beschaffe sich eine Leiter und mache sich allein auf den Weg? Sally tut dies. Das ist klug von ihr. Der Film ist sprachlich weniger intellektuell angelegt als andere Filme von Woody Allen, stattdessen werden seelische Schräglagen ausgelotet, die zumeist für Turbulenzen in Beziehungen sorgen, auch bei den Filmpaaren, von denen es ja einige gibt

 Empfehlenswert. 

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