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Rezension: Die ZEIT Nahaufnahme: Ein Jahrhundert deutscher Geschichte in nie gezeigten Filmdokumenten, 1918-1990, 8 DVDs plus Begleitbuch (Gebundene Ausgabe)

Diese bemerkenswerte Kassette enthält 8 DVD's und ein Begleitbuch. Die Spieldauer der DVDs beträgt insgesamt 437 Minuten. Bei der Edition "Nahaufnahme" von DIE ZEIT handelt es sich um Ausschnitte aus Filmen von 500 Amateuren. Der Historiker und Dokumentarfilmer Joachim Castan hat sie ausgewählt, montiert und kommentiert. Nicht selten hat er die kurzen Augenblicke, die eine Epoche ausmachen, exemplarisch in familiären Erinnerungsbildern gefunden. Nur wenige Sequenzen dieser Edition, die Momente zwischen 1918-1990 dokumentiert, geben Einblicke in das Leben einer Arbeiterfamilie und auch Privatbilder großer historischer Ereignisse sieht man nicht sehr oft. Dies sagt natürlich etwas über die Fotografen, ihr soziales Umfeld und ihr politisches Interesse aus.

Christian Staas, der Chefredakteur von ZEIT Geschichte erwähnt in seinem Vorwort, dass in der Geschichtswissenschaft der Ereignisgeschichte in den letzten Jahrzehnten keineswegs bloß die Sozialgeschichte, Kulturgeschichte und die "intellectual history" - zur Seite getreten ist, sondern auch die Mentalitäts- und die Alltagsgeschichte, die sogenannte "visual history". Diese berichtet vom Wandel der Bilder und deutet den historischen Wandel aus Bildquellen heraus.

In den DVDs thematisieren: Zwischen Weltkrieg und Diktatur, 1918- 1932 Schöner Schein, Gewalt und Nazikult, 1933-1939 Blitzkriege, Vernichtung und totale Niederlage, 1939-1945 Wir werden wieder wer, Westzonen und Bundesrepublik, 1945-1960 Aufstehen aus Ruinen, SBZ und DDR, 1945-1960 Wohlstand für alle, Bundesrepublik, 1961-1971 Krisenjahre-Wendejahre; Bundesrepublik, 1972-1990 Mauer, Platte und Wiedervereinigung, DDR, 1961-1990 Im Begleitbuch äußert sich Dr. Dr. Joachim Castan in einem Beitrag zunächst über die Geschichte im Film und teilt den Lesern mit, dass mit der vorliegenden DVD-Edition "Nahaufnahmen" medial Neuland betreten wird: deutsche Geschichte aus dem Blickwinkel von Privatleuten- jenseits der offiziellen Berichterstattung von Wochenschauen, Propagandafilmen oder dem Fernsehen.

Castans zitiert in seinem Beitrag nicht grundlos die amerikanische Intellektuelle Susan Sonntag, die 2003 in einem Essay postulierte "Wer den Fortbestand der Erinnerung sichern will, der hat es unweigerlich mit der Aufgabe zu tun, die Erinnerung ständig zu erneuern, ständig neue Erinnerung zu schaffen- vor allem mit eindringlichen Fotos."(S.15). Castan ist der Meinung, dass das, was für Fotos gelte, in einem noch höheren Maße für filmische Überlieferung gelten müsse, weil Filme eindringlicher als die meisten Fotos Geschichtsbilder und unsere Vorstellung von Geschichte prägten. In dieser Einschätzung stimme ich ihm zu.

Im Begleitbuch werden die historischen Fakten, die in den Filmen oft indirekt zum Ausdruck kommen, in acht Kapiteln näher dargestellt. Dazu kommen Kurzbiographien von namhaften Persönlichkeiten, Begriffserläuterungen, wie etwa zur "Dochstoßlegende" oder auch zur "Gruppe 47 und die deutsche Nachkriegsgesellschaft". Kartenmaterial vervollständigt das Begleitbuch, nach dessen Lektüre man das Bildmaterial weitaus besser analysieren kann. Der Zeitgeist nimmt zwar nicht immer von dem kleinsten Moment Besitz. Ob man sich ihm entziehen kann, möchte ich bezweifeln. Dieser Zweifel wurde durch die DVDs bestärkt

 Empfehlenswert.

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Rezension: Peter J. König: Ein gutes Jahr (DVD)

Wenn zu dieser grauen Jahreszeit Ende November, Anfang Dezember mich eine gewisse Tristesse beschleichen will, wenn der Umsatz an psycho-aufhellenden Mittel wie Serotonin spürbar wächst, dann habe ich mein eigenes Hausmittel, um gegen das Einheitsgrau anzukämpfen. Dann mache ich es mir auf meiner Ottomane in der Bibliothek bequem, öffne das Fernsehfach in der Bücherwand, ähnlich wie ein Doppeltürchen beim Adventskalender, und sorge dafür, dass keinerlei Störungen des hier und heute meinen emotionalen Tauchgang stören können. 

Denn jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sich wegzubeamen, jetzt die Zeit für Ridley Scotts wunderbaren Film "Ein gutes Jahr". Der Ausgangspunkt der Handlung ist schnell erzählt: Knallharter Londoner Börsenmakler erbt das Weingut seines Onkels in der Provence, unweit von Gordes. Als Kind hat er dort regelmäßig seine Ferien verbracht, an einem Ort, der Freiheit und der Geborgenheit. Hier bekam er von seinem einzigen Verwandten, einem exzentrischen Engländer der "Upperclass", die Weisheiten beigebracht, die ein Mann niemals außer Acht lassen darf. Das ist jedoch lange her.

Das Leben in London, die Gier nach Anerkennung und Profit, haben ihn in eine andere Welt katapultiert. Erst das notarielle Anschreiben ruft bei ihm partielle Erinnerungen wach, die ihn jedoch keineswegs bewegen, nicht sofort das provenzalische Anwesen zum höchst möglichen Preis zu verscherbeln. Einen kurzen Tagestrip nach Südfrankreich ist das Einzige, was er bereit ist, zu investieren, um die Erbschaftsangelegenheit hinter sich zu bringen. Es kommt jedoch wie es kommen muss, wenn man rückfällig wird, wenn die Droge wieder Besitz ergreift von der Person, die glaubt, viele Jahre der Abstinenz würden genügen, um nicht erneut der Sucht zu verfallen. 

Und es ist eine Sucht, dieses überaus gesegnete Land mit seinen Hügeln und Tälern, mit seinem Licht, seinen Farben, seinen Gerüchen, seiner Vegetation, seinen Weinbergen, seinen Dörfern und nicht zuletzt, mit seinen Menschen und ihrer unnachahmlichen Lebensart. Das Drehbuch basiert auf einem Roman von Peter Mayle. Dieses alleine ist schon ein Garant dafür, dass wir es mit einem hochemotionalen Film zu tun haben. 

Wer die Bücher aus der Provence von Peter Mayle kennt, weiß, worauf er sich bei "Ein gutes Jahr" einlassen darf. Das einmalige Ambiente der Landschaft um Gordes habe ich bereits erwähnt, ebenso die Story und seinen geistigen Vater. Jetzt gilt es die Verbeugung vor dem Regisseur Ridley Scott und den wunderbaren Schauspielern zu machen. Zu Scott nur so viel, er hat absolut ein Auge für die Besonderheiten von Land und Leuten, er schafft es fabelhaft, die einmalige Atmosphäre einzufangen. 

 Dazu gehört auch die Wahl seiner Schauspieler. Nicht nur das die Hauptrollen perfekt mit Russell Crowe und Marion Cotillard besetzt sind, er, der Machobanker aus London, sie die temperamentvolle Südfranzösin, selbstbewusst, aber auch sehr verletzlich, nein ebenso exzellent sind die weiteren Haupt- und Nebenrollen besetzt. Alles in allem ein Fest der Sinne und der Gefühle. 

 Achtung, ich möchte Sie zum Schluss noch unbedingt vor den Nebenwirkungen warnen, denn nachdem Sie nach dem Wiederauftauchen in die Wirklichkeit einen unbedingten Drang verspüren, sofort die Koffer zu packen, sollten Sie sich vorher klar machen, dass das tatsächliche eigene Erleben noch viel schöner ist, als dieser Traum von Film. Also vergeuden Sie keine Zeit, packen Sie die nächste Gelegenheit beim Schopf und gönnen Sie sich vielleicht nicht gleich "ein gutes Jahr", aber zumindest einige wundervolle Tage in der Provence. Maximal empfehlenswert.

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Rezensionen:Sierra Leone - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 5/1987 (DVD)

Der Protagonist dieses Films des Regisseurs Uwe Schrader ist Fred (Christian Redel). Ihn erlebt man in den ersten Szenen in Sierra Leone, wo er die letzten drei Jahre als Vorarbeiter gut verdient hat und auf diese Weise seine Schulden in Deutschland abtragen konnte.

 Hier war er mit Rita verheiratet, die er damals wortlos verlassen hatte, obgleich er sie liebte und die nun ein neues Leben mit einem GI begonnen hat. Bei einem kurzen Wiedersehen wird ihm klar, dass seine Frau sich von ihm abgewandt hat.

Nicht nur sie will von ihm nichts mehr wissen, auch für seine ehemaligen Arbeitskollegen und Kumpel ist er eine Fremder geworden. Mit seiner ehemaligen Geliebten zieht er zunächst durch die Kneipen und Bars seiner Heimatstadt im Ruhrgebiet, die sich im Umbruch befindet. Bier, Fast Food, bewusst inszenierte banale Dialoge und ein ziemlich erdrückendes Milieu lassen an Dramen naturalistischer Schriftsteller denken.

 Fred wohnt in einer Absteige. Dort lernt das Flíttchen Alma kennen, mit der er durch Deutschland zieht, in der Absicht erneut nach Afrika zu gehen. Fred ist verständlicherweise immer nur gelangweilt und fühlt, dass er aus dieser Welt, die nicht mehr die seine ist, erneut aufbrechen zu müssen und zwar allein, ohne Ballast, als der sich Alma sehr schnell entpuppt... Es ist ein Film des absoluten Loslassens, das stets notwendig ist, wenn man sich Neuem zuwendet.

 Empfehlenswert.

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Rezension:100 Years Studio Babelsberg (Gebundene Ausgabe)


In diesem Jahr feiert das Studio Babelsberg seinen 100. Geburtstag. Es handelt sich bei diesem Studio um das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt und um den größten Studikomplex in Europa.

In diesem reich bebilderten Buch, dessen Texte in deutscher und englischer Sprache zu lesen sind, kommen zunächst Quentin Tarantino, Armin Müller-Stahl, Kate Winslet Stephen Daldry, Roland Emmerich, Volker Schlöndorff, Roman Polanski, Tom Hanks und Tom Tykwer zur Sprache, die sich allesamt zu Babelsberg kurz äußern.

Es folgen fünf lesenswerte Essays, die sich mit der Geschichte des Studios befassen. Michael Wedel schreibt zunächst über "Studio Babelsberg heute (1993-2012)", das für ihn ein Spaziergang als Zeitreise, hundert Jahre Filmgeschichte im Schnelldurchlauf darstellt. Wie er schreibt, sei die historische Aura ein Teil seines Kapitals. Wissen muss man, dass das Studio im 100. Jahr des Filmproduktionsstandortes noch immer einen hervorragenden Ruf genießt, wie in jüngster Zeit dort gedrehte Filme beweisen. Bei allem bleibt für den Erfolg des Studios, die Qualität der Filmarbeit, die es zu leisten im Stande ist, ausschlaggebend. Wedel lässt die Leser wissen, dass ohne digitale Filmarbeit heute kein Studio mehr auskommt und Babelsberg diesen Schritt frühzeitig gegangen sei. Darüber, aber auch über das Artdepartment, das Hand in Hand mit dem studioeigenen Requisitenfundus arbeitet, schreibt Wedel und man erahnt, weshalb in allen Kernbereichen der Filmherstellung das Studio Babelsberg sich in der nationalen und internationalen Filmlandschaft als gleichberechtigter Koproduzent oder auch als Dienstleister für Fremdproduktionen etabliert hat. Anhand von Fotos werden Eindrücke von Drehtagen zwischen 1993- 2012 gezeigt, nicht zuletzt von Polanskis "Der Pianist", aber auch Stephen Dalrys "Vorleser", der hervorragenden Literaturverfilmung von Bernhard Schlinks Bestseller, in der Kate Winslet eine der Hauptrollen spielt.

Es folgen Essays über die "Defa" (1946-1992) von Ralf Schenk, über das "Dritte Reich" (1933-1945) und die "UFA" (1921-1933) von Chris Wahl und schließlich über die "Anfänge" (1912-1921) von Michael Wedel. Diese Texte werden ebenfalls von vielen Fotos begleitet, die für Filmfreunde natürlich besonders interessant sind. Man erhält einen sehr guten historischen Überblick aufgrund der Texte, wobei mich die Anfänge (1912-1921) und die Gegenwart mehr interessiert haben als die braune Zeit. Der Durchhalte-Kitsch aus jener Zeit ist eine Zumutung, von Filmkunst konnte damals keine Rede sein.

Alles in allem ein gelungener Bildband über die Welt, in der der schöne oder auch weniger schöne Schein produziert wird, in der Diven kommen und gehen und heute gottlob auch Filme wie "Black Book" entstehen.

Empfehlenswert.

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Rezension:Paradiso - Sieben Tage mit sieben Frauen - Edition Deutscher Film 2/1999 (DVD)

"Paradiso" ist eine hintergründige Komödie des Regisseurs Rudolf Thomas. Die Filmhandlung spielt an der Ostsee. Die Kulisse deutet auf den Künstlerort Ahrenshoop hin. Protagonist ist der berühmte Komponist Adam (Hanns Zischler), der hier am Meer ein Haus am besitzt, in dem er lebt und arbeitet. 

 Seine wesentlich jüngere Frau, sie heißt Eva, wohnt nicht in diesem Paradies, sondern hält sich mit den beiden gemeinsamen Kindern in Berlin auf, dort wo der Bär tanzt. Man trifft sich offenbar bloß an den Wochenenden, weil Adam nur ungestört im Paradies künstlerisch aktiv sein kann. Sein Verhältnis zu Eva, scheint sich auf das rein Körperliche zu beschränken. 

Frauen scheinen aus seiner Sicht, generell nur zu seiner Erbauung da zu sein. Sie sind nicht seine Freunde, sondern seine Bettgefährtinnen. Seinen Kindern gegenüber ist Adam ziemlich distanziert und verkrampft. Er ist kein Vater, sondern ein bloßer Ernährer. Der Paradiesbewohner ist ein Egomane mit Platzhirschallüren, die er an seinem 60. Geburtstag dahingehend auslebt, dass er die sieben wichtigsten Frauen seines Lebens zu den Festlichkeiten einlädt, dazu seinen besten Freund und den bereits erwachsenen Sohn aus erster Ehe mit Familie. 

Eine Woche lang will der Pascha alle um sich haben. Sein ältester Sohn ist aufgrund des Ansinnens seines Vaters empört. Adams erste Frau wurde nach der Scheidung Nonne und erscheint zum Geburtstagsfest im entsprechenden Outfit, dessen sie sich entledigt als sie mit Adam so exzessiv tanzt, dass dieser hinterher an furchtbaren Rückenschmerzen leidet und zumindest körperlich seine 60 Jahre spürt.

 Neben den Rückenschmerzen kommen noch entsprechende Schmerzen an seinem Kopf hinzu, die ihm sein ältester Sohn zugefügt hat, nachdem er seinem Vater eins über den Schädel gezogen hat, als Antwort auf dessen Gockelverhalten. Adam, der sich gerne als Hahn im Korb sieht, fühlt sich auf den Geburtstagsfeierlichkeiten als irritierter Mann, der unter Amazonen geraten ist. Er merkt, dass er das Heft nicht mehr in der Hand hat, auch dann nicht als Eva ihn dazu veranlasst, ein viertes Kind zu zeugen. 

 Adam hat sich zum Spielball der Frauen gemacht. Er sieht zu wie seine ehemaligen Geliebten ihm 60 Bäume in sein Paradies pflanzen. Keine der Frauen bleibt faktisch bei ihm, noch nicht einmal die Nonne. Das sollte ihm zu denken geben. Für seine Evas ist das Paradies eben anderswo. Ein subtil hintergründiger Film, der mich ganz ungemein belustigt hat.

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Rezension: Das Labyrinth der Wörter (DVD)

"Das Labyrinth der Wörter" ist ein zutiefst berührender Film des französischen Regisseurs Jean Becker. Der äußerst liebenswerte, dabei kugelrunde Tollpatsch Germain (Gérard Depardieu) lebt am Rande eines Provinzstädtchens in einem Wohnwagen. Dieser Wohnwagen steht im Garten des Hauses seiner tyrannischen Mutter, die ihren Sohn seit Kindesbeinen an abzulehnen scheint. Die Ursache für diese krasse Ablehnung, die in derben Beschimpfungen ihren Ausdruck findet, liegt wohl in dem Sachverhalt begründet, dass Germain ein ungewolltes Kind ist, ein Ergebnis der jährlich in Frankreich stattfindenden Feierlichkeiten anlässlich des 14. Juli. Seinen Vater hat Germain übrigens nie kennengelernt.

Germain hat keinen Beruf erlernen können, denn er hat die Hauptschule nicht abgeschlossen. Keiner hat sich um ihn gekümmert, allen war er ein Dorn im Auge. Dies wird in Einblendungen aus seiner Jugendzeit deutlich. Germain verkümmerte aber seelisch nicht, sondern er wird zu einem betont empathischen Menschen.

Zur Filmhandlungszeit lebt er von Verkauf der Produkte, die er im Garten seiner Mutter kenntnisreich anbaut und von Gelegenheitsjobs. Von seinen Freunden, mit denen er sich in der Bar trifft, wird er als Dummkopf milde belächelt. Doch Germain ist alles andere als dumm. Was ihm fehlt ist einzig Allgemeinwissen.

Dass Germain materiell einer Frau nichts zu bieten hat, macht seiner Freundin, einer jungen Busfahrerin nichts aus. Sie liebt ihn wegen seiner großen Herzensbildung, dem einzig wahren Grund, weshalb man einem Menschen zugeneigt sein sollte.

Auf einer Parkbank lernt Germain zufällig die passionierte Margueritte kennen. Sie ist schon recht betagt, lebt im Altersheim und ist auf materielle Zuwendungen ihrer Verwandtschaft angewiesen. Zwischen der hochgebildeten, sensiblen alten Dame und Germain entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Auch sie ist von seiner Herzenbildung berührt und führt Germain in die Welt der Bücher ein. Für beide Menschen bedeutet das zufällige Kennenlernen eine völlige Veränderung ihres Dasein. Für beide entpuppt sich der Zufall schließlich  als eine positive Wende in ihrem Leben...

Die beiden Protagonisten spielen ihre Rollen vortrefflich. Gezeigt wird nicht zuletzt, wozu ein Mensch fähig ist, wenn man sich liebevoll mit ihm beschäftigt und was geschieht, wenn man ablehnend mit ihm umgeht. Gezeigt wird aber auch, was Freundschaft heißt und dass es eine Form von tiefer Liebe zwischen zwei Menschen geben kann, die man wohl als Wahlverwandtschaft bezeichnen muss und die weder Alter noch soziale Barrieren kennt. Es handelt sich dabei um Liebe auf einer höheren Ebene.

Die Bild- und Tonqualität sind bestens.

Ein Film, dessen Inhalt zu Tränen rührt.

Rezension: Henri 4

Henri 4 ist die Verfilmung der beiden Romane Heinrich Manns, die das Leben dieses französischen Königs beschreiben. Ich habe diese Romane vor langer Zeit gelesen und kann mich leider an die Details nur noch bedingt erinnern, zumal die Erinnerung vom mehrfach gesehenen und auch rezensierten Film Die Bartholomäusnacht überlappt wurde, der sich allerdings auf einen Roman von Dumas bezieht, die Geschehnisse um die Bartholomäusnacht im Fokus hat und dabei den Schwerpunkt auf die Protagonistin Dumas, Königin Margot, setzt.

Im vorliegenden Film nun geht es um das Leben Henris, der zunächst als ein ein schöner Prinz und in der Folge als ein wirklich gut aussehender Mann dargestellt wird, hervorragend gespielt von dem französischen Schauspieler Julien Boisselier.

Nach einer kurzen Eingangsszene, deren Handlungszeit das Jahr 1620 ist und in der eine Pariser Marktweib (gespielt von Katharina Thalbach) den Tod des Königs öffentlich betrauert, beginnt die Filmhandlung etwa 1770 in Navarra. Hier wächst Henri als Prinz unter Bauern auf, die seine Spielgefährten sind und zu denen es ihn immer wieder hinzieht.

Man erlebt den Seher Nostradamus, der dem Kind eine Zukunft als König von Frankreich voraussagt. Dort regiert allerdings zu diesem Zeitpunkt Katharina von Medici (Hannelore Hoger, eine wirklich gelungene Besetzung. Die Schauspielerin spielt die Rolle glaubhaft), die immerhin drei Söhne und eine Tochter hat. Es gibt also zunächst keinen Anlass auf den Königsthron zu hoffen, zumal Henri von Geburt an Hugenotte ist und auch deshalb in Frankreich alles andere als gute Karten hat.

Seit seiner frühesten Jugend muss er in Glaubenskriegen für die Sache der Hugenotten kämpfen. Im Film werden sehr viele, überaus grausame Schlachtszenen gezeigt. Henri bekennt sich zu seiner Angst auf den Schlachfeldern und lernt sie so zu überwinden, ist aber von all den kriegerischen Auseinandersetzungen nicht wirklich überzeugt. Er möchte leben, lieben, nicht immerfort töten und schon gar nicht sterben.

Die Frauen liegen ihm zu Füßen, denn er ist ein Schürzenjäger, der es versteht allen Frauen unterschiedlichen Standes den Hof zu machen. Seine ehrgeizige Mutter schließlich drängt ihn dazu, Margot zu heiraten, um auf diese Weise den Einfluss der Hugenotten in Frankreich zu stärken. Dabei ist Hoffnung, dass den kranken Söhnen von Katharina nur ein kurzes Leben beschieden ist, nicht aus der Luft gegriffen.

Henri begibt sich nach Paris. Die Beziehung zu Margot entwickelt sich sexuell aggressiv. Die beiden heiraten gegen den Willen Margots, die auf den schönen jungen Mann herabsieht. Sie ist die Königin der Nacht, die wegen ihrer vielen Liebhaber bekannt ist.

Thematisiert wird die Hochzeit und die darauf folgende Bartholomäusnacht, während der Tausende Hugenotten, die mit ihrem König die Vermählung feiern wollen, in Paris sterben. Katharina hat die Hugenotten unter einem friedlichen Vorwand nach Paris gelockt, um sie ein für allemal auszulöschen.

Henri gelingt die Flucht nach Navarra. Das emotionale Band zu Margot ist zerschnitten. Sie hat ihn und seine Freunde verraten. Ihn nicht gewarnt. Er grenzt sie aus seinem Leben, lernt eine andere Frau kennen. Sie wird die Liebe seines Lebens.

Henri wechselt aus machtpolitischen Gründen mehrfach seinen Glauben und es gelingt ihm , nachdem die Söhne Katharinas und schließlich sie selbst sterben, die Macht an sich zu ziehen und tatsächlich König von Frankreich zu werden. Nun endlich kann er seinen Traum, Religionsfreiheit für alle Franzosen, zur Wirklichkeit machen.
Dass dies dem Papst nicht schmeckt, dürfte klar sein. Ihm schmeckt auch nicht, dass er sich von Margot scheiden möchte, um seine schwangere Geliebte zu heiraten. Zu dieser Ehe kommt es letztlich nicht, weil man die hübsche Französin vergiftet.

Nun geht Henri eine Vernunftehe mit der Katholikin Maria von Medici ein. Im Film wird sie als eine hässliche, dicke, höchst unsympathische Frau vorgestellt, die selbst für einen Schürzenjäger eine Zumutung ist. Maria macht ihm die Hölle wegen seiner Affären und lässt ihn schließlich ermorden, um selbst an die Macht zu kommen......

Ob die Filmhandlung nun hundertprozentig mit den geschichtlichen Begebenheiten übereinstimmt, ist nicht mein Thema. Der Film hat es geschafft, ein sehr gutes Historienbild zu zeichnen und klar zu machen, wie aberwitzig religiöse Auseinandersetzungen sind. Das Blutbad in Paris war eine Vorankündigung auf die Religionskriege in Deutschland. Insofern war es keine schlechte Idee des Regisseurs Dr. Jo Baier die Rollen primär mit deutschen Schauspielern zu besetzen.

Empfehlenswert.

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Rezension: Rosamunde Pilcher: Die Muschelsucher (DVD

Dies ist die Verfilmung des gleichnamigen Romanes der Bestsellerautorin Rosamunde Pilcher. Es ist das einzige ihrer Bücher, das ich gelesen habe, vor langer Zeit. Den Film sah ich mir an, weil die von mir hochgeschätzte Vanessa Redgrave die Hauptrolle spielt und Garant für ein entsprechend erfreuliches Film- Niveau ist, das allein schon durch ihre Mimik dokumentiert wird.

Die Dialoge waren übrigens nicht schwülstig und soweit o.k. In dem Streifen werden auch keine Internet-Millionäre, Landärzte oder Golfhotelbesitzer geheiratet. Von Interesse ist in diesem Zusammenhang ein unspektakulär aussehender Gärtner.

Penelope Keeling (Vanessa Redgrave), die Protagonistin, ist die Tochter eines britisches Malers. Die Filmhandlung spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal zu Beginn der 1980er Jahre. Hier ist Penelope 64 Jahre alt, hatte gerade einen leichten Herzinfarkt, lebt alleine in einem Cottage und wird aufgrund ihres Infarkts von ihren Kindern bedrängt, ihr Leben zu verändern, wozu Penelope nicht der Sinn steht.

Die andere Zeitebene sind die Jahre im zweiten Weltkrieg, die Jahre von Penelopes Jugend, von ihrem Irrtum in der Liebe und die Erklärung dessen, weshalb aus ihr der Mensch wurde, den sie auf der zweiten Zeitebene verkörpert. Eine selbstbewusste, kluge, sensible Frau, die sich selbst genug ist und ihren erwachsenen Kindern nicht auf die Nerven fallen möchte.

Ich möchte die Filmhandlung nicht nacherzählen. Gefallen haben mir die wunderschönen Landschaftsbilder und die Tatsache, dass dieser Pilcher-Film relativ frei von Kitsch ist.

Nachdem Penelopes große Liebe im Zweiten Krieg fällt, entscheidet sie sich dafür, sich mit Notwendigkeiten zu arrangieren, bleibt zunächst bei ihrem ungeliebten Ehemann, lässt sich schließlich scheiden, um, nachdem ihre drei Kinder erwachsen sind, alleine in einem Cottage zu leben und dort ihren Garten zu pflegen.

Penelope, keine Träumerin, beginnt sich mit ihrer Vergangenheit erst wieder zu beschäftigen als die Gemälde ihres Vaters an Wert steigen und die beiden älteren Kinder sich die Bilder, die bei ihr im Haus hängen, am liebsten unter den Nagel reißen würden. Ihnen mangelt es an Respekt vor den Werken ihres Großvaters und dem Eigentum ihrer Mutter. Nichts ungewöhnliches in der heutigen Erbengeneration.

Penelope trifft schließlich ihre Entscheidungen, die Spiegel ihrer Vergangenheit sind.......

Gut fand ich, dass dieser Film deutlich macht, wie fatal sich Entscheidungen im emotionalen Bereich gestalten können, wenn man nicht wirklich ganz genau den Worten seiner inneren Stimme lauscht, sondern sich stattdessen vom Moment blenden lässt.
Empfehlenswert.

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Rezension:Aus dem Leben der Hildegard von Bingen.

Die Verfilmung wesentlicher Momente aus dem Leben der Hildegard von Bingen (1098- 1179) seitens der Regisseurin Margarethe von Trotta habe ich mit großer Anteilnahme gesehen. Dies hängt damit zusammen, dass ich nicht nur eine Biographie über ihr Lebens gelesen habe, sondern mich auch mit Texten, die sie geschrieben hat, befasst habe und die Klöster besuchte, in denen sie einst lebte und wirkte. In meinen Augen war sie eine der faszinierendsten Frauen ihrer Zeit. Klugheit, Widerständigkeit, Durchsetzungsvermögen und ein starkes Selbstbewusstsein ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Das macht übrigens auch der Film deutlich.


Zu Beginn erlebt man das achtjährige Mädchen auf dem Weg in das Kloster Disibodenberg an der Nahe, wo für sie das Leben einer Nonne vorgezeichnet war. Jutta von Sponheim wird dort ihre Lehrmeisterin. Mit einem gleichaltrigen Mädchen, deren Namen ebenfalls Jutta ist, beginnt  ihr klösterliches Leben als Benediktinerin.


Die junge Hildegard (Barbara Sukowa) beobachtet mit viel Skepsis das Flagellantentum in ihrer Zeit und muss beim Ableben ihrer Lehrerin Jutta feststellen, dass auch dies sich selbst bewusst körperlichen Schmerz zugefügt hat. Über Selbstbestrafung schreiben Psychologen heute dicke Bücher. Dabei wird aufgezeigt, dass durch den selbst zugefügten körperlichen Schmerz, der seelische Schmerz verringert werden soll.


Die Nonnen teilen sich das Kloster mit Benediktinern, mit denen Hildegard immer wieder in Konflikt gerät. Als sie zur Äbtissin wird, nachdem Jutta verstorben ist, bekennt sich offen zu ihren "Gesichten" und schreibt mit Erlaubnis des Papstes nach Fürsprache von Benedikt von Clairvaux, was sie als Mystikerin sieht. Sie wird offensichtlich der göttlichen Lichtes zuteil und verkündet das Gebot der Liebe. Ihre Kritiker bezichtigen sie der Geltungssucht.


Hildegard wirkt beinahe entrückt in ihrem Sendungsbewusstsein bis die junge Nonne Richardis in ihr Liebesgefühle erweckt, die es nicht einfach machen, ihren Besitzanspruch an das Mädchen aufzugeben. Im Film wird eine unterdrückte lesbische Beziehung angedeutet, ob diese der Wirklichkeit entsprach, sei dahingestellt.


Die Mystikerin setzt nach vielen Auseinandersetzungen mit dem Abt von Disibodenberg durch, mit ihren Nonnen den Ort an der Nahe zu verlassen und errichtet auf dem Rupertsberg bei Bingen ein eigenes Kloster. Von dort aus korrespondiert sie mit den Intellektuellen ihrer Zeit und trifft sich mit dem zukünftigen Kaiser Friedrich Barbarossa , mit dem sie im Film in dessen Pfalz in Ingelheim Schach spielt. Dies ist ein äußeres Zeichen der Anerkennung ihrer Person und ihrer Denkfähigkeit..


Der Film endet nicht mit ihrem Tod, sondern damit, dass sie sich, bereits betagt, doch immer noch zielbewusst, auf Vortragsreise begibt. Hildegard ist eine Intellektuelle und Männern wie dem Franzosen Abaelardus durchaus geistig ebenbürtig. Das ihr Ruf bis ins Heute nachwirkt und man sogar einen Film über ihr Leben gedreht hat, hängt weniger mit ihren Kräuterkenntnisse und ihren Visionen zusammen als mit der Tatsache, dass sie als Frau ihren eigenen Weg ging und damit Frauen bis zum heutigen Tag verdeutlicht, dass dort, wo eine Wille ist, sich auch Möglichkeiten eröffnen diesen durchzusetzen, wenn dieser Wille für eine gute Sache zweckdienlich ist.

Barbara Sukova  hat die Rolle der Hildegard von Bingen  nach meinem Dafürhalten  vollkommen ausgefüllt.


Die Qualität der vorliegenden DVD ist deckungsgleich mit der Qualität der Verfilmung, die man heute in der ARD übermittelt bekam.

Empfehlenswert.

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Rezension:Heinrich - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 4/1977 (DVD)

Dieser Film von Helma Sander-Brahms aus dem Jahre 1976, der mit der Goldenen Schale des Deutschen Filmpreises sowie dem Filmband in Gold für das "Beste Drehbuch" ausgezeichnet wurde, hat mich kürzlich veranlasst, eine Biographie über Heinrich von Kleist zu lesen. Im Gegensatz zu besagter Biographie beginnt der Film mit Kleists Lebensende. Von dort aus werden immer wieder Lebensrückblicke eingeblendet, die die enorme Todessehnsucht des Dichters begreifbar machen.


Deutlich gemacht wird, dass Kleist (Heinrich Giskes) ganz offensichtlich homosexuelle Neigungen hatte. Ob er diese in jungen Jahren mit seinem Jugendfreund Ernst von Pfuel auslebte, lässt der Film offen.

Auch zu seiner Schwester Wilhelmine, mit der er nach der Entlobung von der Generalstochter Wilhelmine von Zenge, die er mit seinen intellektuellen Briefen m.E. überfordert hat, nach Paris reist, unterhält er eine Beziehung, die inzestuöse Züge zu haben scheint.

Mit allen Menschen, die ihm nahe stehen, möchte Kleist sterben, aber nicht leben und findet schließlich in der krebskranke Henriette Vogel (Hannelore Hoger), die Frau, die mit ihm gerne in den Tod geht.

Vielleicht will Kleist mit den ihm nahestehenden Menschen sterben, weil die Gesellschaft ein Zusammenleben mit einem Mann, einer verheirateten Frau und einer Schwester für einen Mann, auch wenn er Heinrich von Kleist heißt, nicht billigt und ihm das Leben insofern öde erscheint.

Man erlebt Kleist als Leutnant der preußischen Garde. Er ist musisch begabt, dichtet und leidet, wenn junge Soldaten ausgepeitscht werden. Er schließt die Augen während der Geschehnisse.

Man erlebt den jungen Dichter auch über die Leichenfelder von Aspern ziehend, und dort die toten Soldaten zum Abschied küssend. Heinrich ist seit Aspern depressiv. Er beginnt ein Jurastudium, bricht es ab, dichtet, wird dabei von seiner Melancholie immer mehr aufgezehrt und macht seinem Leben ein Ende.

Wenn Kleist tatsächlich homosexuell war, wird er vermutlich darunter gelitten haben, seine Neigung nicht haben ausleben zu dürfen. Er sublimierte, indem er schrieb. Vielleicht brachte er sich der Einsamkeit halber um. Der Film legt diesen Schluss nahe.

Empfehlenswert.

Helga König
Überall im Handel erhältlich

Rezensionen:Die Halbstarken / Edition Deutscher Film (DVD)

Eine Filmhandlung nachzuerzählen, die bei Wikipedia exzellent wiedergegeben ist, halte ich für unergiebig. Ich habe diesen einst kultigen Schwarz-Weiß-Film aus dem Jahre 1956 am Samstag erstmals gesehen. Dabei ist mir Einiges aufgefallen, das mir klar gemacht hat, weshalb die Generation der Kriegskinder, die in frühen 1950ern Teenager waren, mir stets fremd geblieben sind. Diese Generation wurde einerseits noch sehr geprägt durch die Naziideologie, die ja im ersten Jahrzehnt nach 1945 noch immer durch die Köpfe vieler Deutscher waberte und andererseits durch die neuen Einflüsse aus Amerika, der dort gerade angesagten Musik, der für die damalige Verhältnisse lässigen Kleidung, der Autos und des neuen Gurus, der Geld hieß, dem man huldigte, weil man ihn brauchte, um sich die begehrten Dinge kaufen zu können. Die Eltern nämlich spielten nicht mit, wenn es um solche Wünsche der Teenager ging, sprich sich "Ami-Kram" zu kaufen.

Infrage gestellt wurde von diesen jungen Menschen wenig, die Revolte, die sich in Gangs wie jenen von Freddy Borchert (Horst Buchholz) darin zeigt, dass sie aufgrund krimineller Handlungen zu Geld kommen wollen, um sich von dem spießigen biederen Outfit der Vorgeneration abzugrenzen, zeigt, dass sie sich im Grunde nur wenig von diesen Hakenkreuzfahnenschwingern unterscheiden, die sich ja auch problemlos der Fleischtöpfe der Nachbarländer bemächtigt haben, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Auffallend an diesen Halbstarken der frühen 1950er Jahre ist ein extremer Mangel an Rechtsbewusstsein, wenn man dem Film Glauben schenken darf. Dieses neue Rechtsbewusstsein benötigte in der jungen Demokratie noch Jahre, bis es die Köpfe vieler Bürger wirklich erreicht hatte.

Die Frauen und jungen Mädchen im Film werden alles andere als gleichberechtigt behandelt, sondern als Objekte für Küchen- oder Liebesdienste betrachtet und sie lassen dies protestlos zu. Respekt vor Frauen gab es offenbar nicht. Nonne oder Hure. Basta. Das machen die Filmszenen eindeutig klar. Das Idol der Männer war die laszive Blondine. Zu dieser trimmten sich bereits sehr junge Mädchen, wie Sissi (Karin Baal), die angeblich für Geld schon als halbes Kind zu allem fähig waren. Männer werden scheinbar zu Erfüllungsgehilfen für die materielle Begehrlichkeiten von Frauen. "Ich habe es ja nur für Mama, meine Frau oder meine Geliebte getan!" Es lebe die Projektion. Die Frau der Sündenbock der 1950er Jahre.

Am Beispiel von Freddys Vater einem typischen Tyrannen aus jenen Jahren, wird klar gemacht, welcher Mangel an Empathie in den Familien herrschte. Die Prügeleien in der Gang Freddys zeigen, dass man friedfertigen Umgang miteinander noch nicht erlernt hat.

Keineswegs überrascht hat mich, dass die Darsteller im Film geradezu manisch rauchen. Auch im Hinblick auf die gesundheitlichen Schäden von Nikotin gab es keinerlei Bewusstsein.

Der Film ist eine wunderbare Studie über die frühen 1950er Jahre und insofern empfehlenswert.

 www.studiocanal.de
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Rezension:Berlin-Alexanderplatz - Arthaus Collection Literatur (DVD)

Bei "Berlin Alexanderplatz" handelt es sich um eine Literaturverfilmung nach dem gleichnamigen Roman von Alfred Döblin. Es ist empfehlenswert, zuvor das Buch zu lesen oder aber sich zumindest bei Wikipedia über die Filmhandlung kundig zu machen, denn der Streifen ist aus dem Jahre 1931 und der Ton insofern seiner Zeit gemäß. Zudem nuscheln die Schauspieler einen Berliner Slang, den man leider nicht immer sofort versteht. Die Filmkunst stand noch in ihren Anfängen, die Kameraführung lässt sich mit jener aus heutigen Tagen nicht vergleichen, viele Sequenzen wirken beinahe wie Theateraufnahmen. Uns wird also ein Stück Filmgeschichte entgegengebracht und genau diese gilt es zu werten.

Um den Film wirklich zu verstehen, sollte man sich aber nicht nur vorab über die Filmhandlung schlau machen, sondern sich auch im Rahmen des Bonusmaterials die Dokumentation zu dem Hauptdarsteller Heinrich George ansehen. Diese Dokumentation zeigt das facettenreiche Leben dieses begnadeten, erfolgreichen Schauspielers und Theaterintendanten, der seitens seiner Neider nach der NS-Zeit denunziert wurde, indem man ihn bezichtigte, ein Nazi zu sein, was nachweisbar nicht stimmte. Der Schauspieler wurde in dem sowjetischen Speziallager Nr. 7 in Sachsenhausen vielmals verprügelt und verstarb dort vermutlich an einem Hungerödem.


Im Gegensatz zum Protagonisten des Films "Berlin Alexanderplatz" erhielt dieser Seelenmensch keine zweite Chance.

 
Seine Söhne, vor allem Götz George, auch der Faust-Darsteller Will Quadflieg u.a. berichten über Heinrich George, seine Spielleidenschaft, seine Kollegialität, seine Fairness, sein Können, berichten darüber, dass er zu Beginn der Nazizeit nicht mehr spielen durfte, weil er als Kommunist galt, sich seiner Spielleidenschaft wegen arrangierte und auch Rollen in Durchhaltefilmen wie "Kolberg" und in Gesinnungsfilmen wie "Jud Süß" übernahm. Schauspieler, die dies nicht taten, durften ihrem Beruf nicht nachgehen.

Parteimitglied wurde George nie. Außer zu offiziellen Anlässen hat er nach einhelligen Aussagen die Nazis gemieden.

Im Film spielt George den aus dem Gefängnis entlassenen Franz Biberkopf. Dieser saß dort vier Jahre ein, weil er seine Frau erschlagen hatte. Er will in der Großstadt wieder Fuß fassen, gerät auf die "schiefe Bahn", verliert seinen Arm, verliert auch seine Geliebte, eine Prostituierte, die ermordet wird und schafft es bei aller Unbill, sich dem Milieu, in das er geraten ist, zu entziehen und einen Neuanfang zu machen..

Heinrich George spielt seine Rolle überzeugend. Der Film wird von seiner Gestik und Mimik getragen. Es handelt sich um eine Milieustudie, die begreifbar macht, in welchen Nöten die Menschen Anfang der 1930er Jahre lebten. Diese Nöte der Menschen damals in Berlin werden durch die Kamera beeindruckend eingefangen.

Empfehlenswert.
 
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Rezension:Die große Illusion - Arthaus Collection Französisches Kino (DVD)

Der vorliegende Film des Regisseurs Jean Renoir aus dem Jahre 1937 befasst sich mit dem Irrsinn des 1. Weltkrieges, ohne dabei Kriegshandlungen auf Schlachtfeldern zu zeigen.


Renoirs Absicht scheint zu sein auf die Klassenunterschiede bei der Behandlung von Kriegsgefangenen hinzuweisen, allerdings lässt er nicht unerwähnt, dass das deutsche Personal letztlich von sehr egoistischen Motiven angetrieben wird, wenn es akzeptiert, dass die französischen Offiziere aufgrund von Lebensmittelpaketen aus Frankreich es sich kulinarisch sehr gut gehen lassen.


So bleiben für das Personal größere Rationen aus der eigenen Küche übrig. Obschon es den französischen Offizieren in punkto Ernährung augenscheinlich ziemlich gut geht und sie durch die Gefangenschaft keiner Todesgefahr mehr ausgesetzt sind, versuchen sie stets auf neue zu fliehen, weil sie ihre Aufgabe darin sehen den sinnlosen Krieg schnellstens zu beenden. Sie möchten wieder ihren bürgerlichen Berufen nachgehen und in bürgerlicher Umgebung leben. Sie sind keine Berufssoldaten.

Thematisiert wird u.a. der Niedergang des Sonderstatus deutscher Adeliger beim Militär. Diese waren Berufssoldaten. Der Versuch eines deutschen adeligen Offiziers (Erich von Strohheim) mit einem französischen Offizier aus alter französischer Adelsfamilie aufgrund der aristokratischen Herkunft eine Sonderbeziehung zu unterhalten scheitert, weil der Franzose (Pierre Fresnay) sich seinen bürgerlichen, französischen Kameraden viel mehr verpflichtet fühlt als gegenüber einem anderen europäischen Adeligen.

Renoir gelingt es mit subtilen Mitteln klar herauszuarbeiten, dass der deutsche Adel im ersten Weltkrieg letztlich um seinen Status kämpfte, wissend, dass bei einer Kapitulation das Ende der Monarchie eingeläutet werden würde.

Französischen Adeligen wurden bereit 1789 ihre Privilegien genommen. Als Bürger unter Bürgern ging es ihnen im 1. Weltkrieg um die Verteidigung bürgerlicher Grundfreiheiten, so die Interpretation Renoirs, die ich keineswegs für blauäugig halte. Der französische adlige Offizier riskiert sein Leben für die Freiheit zweier anderer französischer Offiziere (Jean Gabin, Marcel Dailo). Diese fliehen zum Bodensee und gelangen unversehrt in die Schweiz.

Während ihrer Flucht finden sie Unterschlupf bei einer jungen deutschen Witwe, die mit ihrer Tochter auf einem entlegenen Bauernhof lebt. Renoir macht an den Szenen auf dem Bauernhof deutlich, dass Kriege stets wegen klarer Machtinteressen kleiner Cliquen geführt werden, die ihre Mitmenschen für ihre Zwecke instrumentalisieren. Feindschaften zwischen Völkern sind eine Farce, sie werden künstlich geschürt. Auf dem entlegenen Bauernhof gibt es keine Feindschaft, hier erfreut man sich des friedlichen Miteinanders.....

Friedliches Miteinander von Völkern bleibt eine große Illusion, solange sich Menschen für die Zwecke anderer instrumentalisieren lassen.

Renoir nennt seinen Film nicht von Ungefähr "Die große Illusion".

Empfehlenswert.

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Rezension:Good Bye, Lenin! / Edition Deutscher Film (DVD)

Dieser Film ist eine Satire auf den Zusammenbruch der sogenannten DDR. Er ist so angelegt, dass alle politischen Gruppierungen den Inhalt nach ihrem Gutdünken interpretieren können und darin sehe ich die eigentliche Meisterleistung dieses Werkes des Regisseurs Wolfgang Becker.


In meinen Augen war das andere Deutschland hinter der Mauer- zugespitzt jedenfalls- immer ein großes Gefängnis, in dem die Menschen, sobald sie passiven oder aktiven Widerstand gegen diesen Unrechtsstaat leisteten, nach Bautzen verbannt und dort im Staatsgefängnis gefoltert oder anderweitig zur Räson gebracht wurden. Demokratisch war dieser Staat auf keinen Fall, denn er raubte seinen Bürgern die Freiheit und damit ein unveräußerliches Menschenrecht.

Die Filmhandlung spielt unmittelbar vor der Wende. Der Regisseur bindet immer wieder Dokumentarteile in seinen Film ein, die die Absurdität der ewig gestrigen Nomenklatura aufzeigen, speziell wenn die DDR-Soldaten im Stechschritt an Honegger vorbeimarschieren und Kinder mit Schiffchen auf dem Kopf und Tüchlein um den Hals, uniformiert vorgestrige Heimatlieder singen und dadurch deutsches Liedgut der besonderen Art konservieren.

Der Protagonist des Films ist Alex (Daniel Brühl) der gemeinsam mit seiner Schwester, deren Kind und seiner Mutter Christiane Kerner (Kathrin Saß) in Berlin lebt. Sein Vater, ein Arzt, hat schon Jahre vor der Wende die Gelegenheit genutzt, in den Westen zu gehen und dort zu bleiben.

Christiane hat aufgrund ihrer Ängstlichkeit den Schritt nicht gewagt und wurde zu einer angepassten DDR-Bürgerin, die einen Herzinfarkt bekommt als sie ihren Sohn während einer Montagsdemonstration wahrnimmt und sieht, wie er verprügelt wird. Ihre kleine heile Spießerwelt der Spreewaldgurken und Heimatlieder lässt ein Ende des Unrechtstaats nicht zu und so schafft ihr Alex, nachdem Christiane das Krankenhaus verlassen hat, in einem Zimmer der gemeinsamen Wohnung einen Ort, in dem die DDR fortlebt, obschon sie bereits längst untergegangen ist. Christiane lag wochenlang im Krankenhaus im Koma und hat die Wende verschlafen. Alex ist überzeugt, dass ihr die Wiedervereinigung nicht zugemutet werden kann.

Nicht nur Christiane, sondern all die anderen vergleichsweise alten "DDRler" sind in dem Film tragische Figuren, weil sie sich nicht mehr auf Neues einlassen wollen und sich nach einer Idylle sehnen, die es so weder in dem einstigen Land hinter der Mauer, noch sonst irgendwo gab. Sie alle gehören den Generationen an, die man Jahrzehnte um ihre Freiheit betrogen hat und nun nicht wissen, wie man sie positiv nutzen kann.

Der Film beinhaltet sehr witzige, teilweise tiefgründige Dialoge, sehr gute, leise Kritik, sowohl an der marxistischen wie auch kapitalistischen Ideologie und zwar in ihren direkten Auswirkungen. Sakastisch fand ich, dass die Tochter Christianes problemlos die Uniform der jungen Pioniere (Schiffchen, und Halstuch) gegen die Uniform von Mc Donalds (Schiffchen und Halstuch) eintauschte. Das sagt im Grunde alles, vor allem, dass man sich bemühen sollte, stets seinen eigenen Verstand nicht außer Acht zu lassen, um nicht fremdbestimmt zu werden.

Die schauspielerischen Leistungen von Daniel Brühl und Kathrin Saß können nicht genug gelobt werden.

Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend.

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Rezension:Welt am Draht-

Diesen Film von Rainer Maria Fassbinder aus dem Jahre 1973 habe ich vorgestern erstmals gesehen und im Grunde nur deshalb, weil eine gute Freundin mich immer warnt, dass ich mich in einer Welt am Draht aufhalte und dies irgendwie gefährlich sei.

"Die Welt am Draht" ist ein geflügeltes Wort, seit jenen Tagen, da Fassbinders Film in den Kinos zu sehen ist, bei dem es um ein Forschungsprojekt geht, eine Computersimulation, die eine virtuelle Welt mit künstlichen Menschen geschaffen hat. Ich sehe bewusst davon ab, die durchaus spannende Handlung nachzuerzählen, um die Spannung nicht zu mindern.

Die Gestaltung des Films und der Habitus von Fred Stiller (Klaus Löwitsch) erinnern mich an alte James-Bond-Streifen. Dabei wirken die Darsteller abgründig vorgestrig, aus heutiger Sicht jedenfalls. Das gilt besonders für die Barbie-Puppen-Frauen wie Barbara Valentin und im Hinblick auf das Macho- Gehabe der männlichen Darsteller.

Mich hat das modische Gestern im Film sehr amüsiert, denn es gab Zeiten, da ich ein bestimmtes Outfit ja selbst einmal sehr schick fand. Der Macho-Habitus von Männern ging mir allerdings bereits 1973 auf die Nerven.

Fassbinder hätte man zu seinen Lebzeiten niemals Spießigkeit nachgesagt. Aus heutiger Sicht wirkt das in den 1973er Jahren gedrehte Werk (204 Minuten) wie ein Film aus einer anderen Welt und wirklich überaus spießig und klischeehaft, mit den pausenlosen Gequalme und der ewigen Whiskytrinkerei der Hauptdarsteller, was damals als weltmännisch galt. So stellte sich Klein-Erna Lebemänner á la Bond vor.

Der naive und irgendwie ungeheuer warnende Blick auf die computerisierte Welt in diesem Film ist schon lustig. Damals konnte man ja noch nicht erahnen, wie tief wir 40 Jahre später in die Welt am Draht eingetaucht sind, wie sehr sie uns verändert und uns allmählich gewissermaßen entmaterialisiert hat, na ja, zunächst einmal für ein paar Stunden am Tag. Wir stehen am Anfang einer Entwicklung. Irgendwann wird sich das gesamte Leben auf die gedankliche Welt verlagert haben, ohne dass man nostalgisch an die alte Welt zudenkt, die aufgrund der apokalyptischen Reiter Hunger, Krieg, Tod und Umweltverschmutzung niemals eine paradiesische Welt gewesen ist. Haben wir also keine Furcht vor der Welt am Draht. Es liegt in unserer Hand sie paradiesisch zu gestalten.

Die Bild und Tonqualität ist bestens. Man muss den Film aus seiner Zeit heraus beurteilen. Deshalb auch 5 Sterne.

Empfehlenswert.

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Fünf letzte Tage

Am, am 22.02. 2012 vor 69 Jahren wurden die Widerstandskämpfer Sophie und Hans Scholl wie auch der Widerstandkämpfer und Vater von drei kleinen Kindern Christoph Probst von den Nazis hingerichtet, weil sie passiven Widerstand gegen das Terrorregime geleistet hatten, indem sie Flugblätter mit der Post verschickt oder nachts auf den Straßen verstreuten. Bei einer solchen Aktion wurden die Geschwister Scholl an die Uni München seitens des Pedells gesehen, denunziert,  alsbald verhaftet, zum dem Tode verurteilt und hingerichtet.

Der vorliegende Film über Sophie Scholls fünf letzte Tage des Regisseurs Perci Adlon zeigt im Gegensatz zu dem zu der Verfilmung ihrer letzten Tage von Marc Rothemund nicht die Szenen der Flugblattaktionen, die zur Verhaftung führten, zeigt auch nicht das Fallbeil, sondern ist in allem viel leiser.

Nur selten wird die Verhörsituation im Gestapohauptquartier gezeigt, auch Freisler tritt in diesem Film nicht auf. Stattdessen berichtet Sophie Scholl (Lena Stolze) ihrer Zellenmitbewohnerin, die ebenfalls aus politischen Gründen inhaftiert wurde, von ihrer Entscheidung passiven Widerstand gegen das Naziregime zu üben. Sophie gewinnt erst allmählich vertrauen zu der Else Gebel (Ina Hermann), was verständlich ist, da in jenen Tagen das Denunziantentum seitens des Staates gefördert wurde, ähnlich wie später in der DDR.

Man lernt Sophie als fröhlichen, liebenswerten Menschen kennen, der gerne lach.t und erfährt von ihrer positiven Beziehung zu ihrem Bruder Hans, den sie verehrt, ihrem Verlobten und zu ihren anderen Geschwistern, ihren Eltern und Freunden. Auch in der Haftanstalt wird sie, selbst von dem Personal spontan gemocht. Doch diese Mitläufer im Naziregime schaffen es nicht,  mehr für sie zu tun als ihr ein paar Zigaretten und etwas Schokolade zuzustecken. Ihnen allen fehlt es an Mut, am Mut zur Freiheit Verantwortung zu übernehmen und sich für die Menschenrechte einzusetzen. Sie ducken sich weg und so ist es nicht zu verhindern, dass Sophie Scholl wegen ihres mutigen passiven Widerstandes im Nazi.Terrorregime ihr Leben lassen muss.

In diesen Tagen wird von alten Stasileuten, die während der DDR-Zeiten die Bürger dort in dem großen Gefängnis, das den Namen demokratische Republik nicht verdiente, um  ihre Freiheitsrechte betrog und sie abgefeimt bespitzeln ließ, Meinung gegen unseren zukünftigen Bundespräsidenten gemacht, weil er als Bürgerrechtler ähnlich wie Sophie Scholl in der NS-Zeit für die Freiheit kämpfte. Wie wichtig es ist, immer wieder an die Freiheit zur Verantwortung und an die Einhaltung der Menschenrechte zu appellieren, wird klar, wenn man die Geschichte unseres Landes in den letzten 100 Jahren betrachtet. Den Widerstandskämpfern in der Nazi-Zeit und Bürgerrechtlern in der DDR gilt meine besondere Hochachtung.

Die Bild und Tonqualität ist bestens. Die Filme von Perci Adlon und Marc Rothemund ergänzen sich.

Empfehlenswert.

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Rezension:George Harrison - Living in the Material World [2 DVDs] (DVD)

Die beiden CDs mit einer Spieldauer von insgesamt 209 Minuten dokumentieren das Leben des Musikers George Harrison (1943-2001) anhand vieler Filmsequenzen und Interviews, begleitet von wunderbaren Musikstücken Harrisons, der Beatles und anderer Musiker, die man während der Proben und auf der Bühne immer wieder erleben darf.


Die Dokumentation beginnt mit einer Gartenimpression in Harrisons Park und endet mit der gleichen Impression, nachdem sich sein Lebenskreis geschlossen hat.

Gezeigt werden zunächst Filmsequenzen vom Ende des 2. Weltkrieges in England. Einerseits wird das zerbombte Liverpool, die Geburtsstadt Georges, andererseits die Freude der Menschen fokussiert, die das Kriegsende feiern. Mittendrinnen der kleine George, der zwei Jahrzehnte später mit seiner Musik dazu beiträgt, die Welt zu revolutionieren.

Man erfährt ein wenig von der Entwicklung dieses Jungen bis zum dem Tage, wo er Leadgitarrist der Beatles wurde. Seine beiden Brüder und Paul McCartney berichten aus jenen Tagen, aber auch der Musiker und spätere Freund Klaus Voormann, der Harrison und mit ihm die Beatles in Hamburg in einem Club in den frühen 1960ern kennenlernte und von der Musik der Beatles hingerissen war.

Zu Wort kommt auch die ehemalige Freundin Voormanns, die Fotografin Astrid Kircherr, die Harrison sehr gut von seinem Wesen her beschreibt und von seiner liebenswerten Art schon damals überaus angetan war.

Alle Menschen, die mit ihm in Berührung kamen, waren von seiner herzlichen, humorvollen Art berührt. Dieses Wesen veränderte sich weder in den Höhen noch Tiefen seines Lebens. Es war stets für alle erkennbar, weil er immer sich selbst zum Ausdruck brachte.

Man erlebt George als Mitglied der Beatles, der stets auf spiritueller Suche war und in Indien schließlich fand, wonach ihm der Sinn stand. Für Harrison wurde Meditation ein wichtiges Mittel der Bewusstseinserweiterung, zeitweilig wohl auch die Drogen bis hin zu LSD. In Indien lernt er den Musiker Ravi Shankar kennen, der ihn das Sitarspielen lehrte. Zuvor allerdings wird man mit vielen Szenen aus der Blütezeit der Beatles vertraut gemacht, erlebt wie sich die vier Musiker gegenseitig inspirierten und eine Kreativität an den Tag legten, die ihresgleichen sucht.

Eric Clapton, ein enger Freund von George, berichtet packend von seinen Erinnerungen, auch davon wie er sich in dessen Frau Patty verliebte und wie George mit diesem Umstand umging.

George Harrison scheint ein sehr großzügiger Mensch gewesen zu sein, der besonders nachdem er spirituelle Erfahrungen in Indien gesammelt hatte, loslassen konnte und sich wohl deshalb immer weiter entwickelte, auch nach dem Ende der Beatles, wie seine Solokarriere auf musikalischem Wege und seine sonstige Entwicklung deutlich machen.

Von dem Attentat auf ihn und seine Frau im Jahre 1999 berichtet seine Witwe Olivia Arias. Auch ihr gemeinsamer Sohn Dhani kommt im Film zu Wort.

Dass Harrison auch Filme produzierte, was mir bislang nicht bekannt. So hat er beispielsweise den Film "Das Leben des Brian" produziert.

Alle, die über George im Film sprechen, fühlen sich über seinen Tod hinaus freundschaftlich mit ihm verbunden. Alle liebten sein feinfühliges Wesen. Er muss unzählige Freunden gehabt haben, keineswegs nur aus Musikerkreisen. Kein Wunder, dass ihm Frauen zu Füßen lagen, denn er besaß die Gabe mitten in ihr Herz zu blicken. Seine Augen machen das deutlich. Sie lassen die Tiefe seines Seelenlebens erkennen und offenbaren etwas ungeheuer Liebevolles, das man kaum mit Worten beschreiben kann. Seine Musik ist Ausdruck dieser Seele, die sich der Spiritualität ganz weit geöffnet hat.

Seine Witwe berichtet, dass in den Minuten seines Todes der Raum mit hellem Licht erfüllt gewesen sei. Kein verwunderlicher Abschied für den Komponisten von "Here comes the sun".

Eine wirkliche gelungene Dokumentation mit genialen Musikstücken.

Empfehlenswert.

http://www.arthaus.de/

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Rezension:Mein Stück vom Kuchen (DVD)

Diese französische schwarze Komödie von Cédric Klapisch zeichnet sich durch ein erstaunliches Handlungstempo aus. Sie arbeitet mit Klischees ohne dabei kitschig zu werden, besticht durch ihren raschen Bilderwechsel, der selbst dann, wenn man den Ton abstellt, alsbald verdeutlicht, dass es sich um einen sozialkritischen Streifen handelt und erfreut durch spitzzüngige, zum Teil sehr witzige Dialoge.


Meine anfängliche Befürchtung, es mit einer Art Kopie der "Pretty Woman"-Story zu tun zu haben, auch wenn die Protagonistin Karin Viard nicht den Liebreiz von Julia Roberts hat, erwies sich gottlob als nicht richtig, wie das Ende des Films zeigt....


Worum geht es? Die in Dünkirchen lebende betont resiliente France (Karin Viard) wird wie alle ihre Kollegen arbeitslos, weil der abzockerische Börsenspekulant Steve (Gilles Lellourche) diese Firma, um es in seinen Worten auszudrücken, "platt gemacht" hat.

France ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und trotz ihres Schicksals enorm hilfsbereit. Indem sie sich für die Kinder anderer entlassener Erwerbstätiger während der Zeit ihrer Arbeitslosigkeit engagiert, versucht sie bewusst nicht an ihre eigenen Sorgen zu denken, um nicht mit dem Schicksal hadern zu müssen.

Da France in Dünkirchen keine Chance sieht, eine Arbeitsstelle zu bekommen, versucht sie in Paris ihr Glück und erhält bei Steve, der bislang in den USA tätig war und für seine Firma nun in Paris agiert, eine Stelle als Haushälterin. France weiß nicht, wer ihr Arbeitgeber ist, genauer sie weiß nicht, dass Steve für die Schließung der Firma in Dünkirchen verantwortlich ist und lernt ihn deshalb unbefangen kennen. France ist frei von Sozialneid.


Die Welt, die France in Steves Umfeld erlebt, ist jene des schnellen Geldes, der Abgebrühtheit, der Gesellschaftsprostituierten. Geld macht fast alle gefügig...

France nimmt all dies zur Kenntnis, ohne sich große kritische Gedanken zu machen und freut sich, dass es ihrer Familie aufgrund des Jobs materiell besser geht. Sie arrangiert sich.

Zwischen France und Steve entsteht sogar, wie es zunächst scheint, eine Art freundschaftliche Nähe. Doch diese erweist sich letztlich als Illusion, denn Steve ist ein Egoist, der Menschen immer nur für seine Zwecke nutzt und zu keiner menschlichen Regung fähig ist...

Welche Folgen das hat, macht der Schluss der Films deutlich, der mich berührt zurückließ.

Dass gerade Dünkirchen als Ort des "Plattmachens" einer französischen Firma seitens einer New Yorker Brokerfirma gewählt wurde, ist fast schon makaber. Diente die Invasion von Dünkirchen 1944 der Rettung Frankreichs, bezweckt sie im Produktionsjahr 2011 zumindest im Film das Gegenteil....

Die Bild- und Tonqualität sind bestens.

Laufzeit 105 Minuten, Sprache: Deutsch
Empfehlenswert.
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Rezension:Schlafes Bruder - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1995 (DVD)

Dieser grandiose Film ist ein Werk des Regisseurs Joseph Vilsmaier, über dessen Vita man Wissenswertes auf der DVD-Hülle erfährt. Die Literaturverfilmung "Schlafes Bruder" (1995) erhielt eine Nominierung für den Golden Globe. Dem Filmemacher, der eine Vorliebe für Themen aus seiner Heimat Bayern und eine Neigung für Historisches hat, wurde für sein Engagement um den Deutschen Film im Jahre 1996 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Das bildgewaltige Epos ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Robert Schneider, der auch das Drehbuch verfasste. Die Handlung spielt im 18. Jahrhundert primär in einem Bergdorf im Vorarlberg. Zu Anfang des Films sieht man Aufnahmen der kargen Berglandschaft. Eine Hebamme, begleitet von einem Dorfbuben schleppt sich, bereits völlig erschöpft, die Berge hinauf, um einem kleinen Knaben dabei zu helfen, das Licht der Welt zu erblicken. Bei dem Jungen handelt es sich um Elias Alder, einen "Bastard", der zunächst nicht zu atmen beginnen möchte.

Elias unterscheidet sich in vieler Hinsicht von den zumeist durch Inzest geschädigten Kindern im Dorf und wird als Außenseiter nicht nur von diesen, sondern auch von den Erwachsenen abgelehnt. Nur einer der Dorfbuben möchte immer mit ihm zusammen sein. Dieser Knabe, Peter, ist auch anders als die Dorfbevölkerung. Er ist homophil, allerdings ist ihm dies nicht klar.

Während seiner Pubertät beginnt Elias eine Frau zu lieben, die noch gar nicht geboren ist. Als diese zur Welt kommt, es handelt sich um seine Cousine Elsbeth (Dana Vavrova), die Schwester Peters, beginnt er vor Sehnsucht aus den Ohren und aus dem Mund zu bluten, so als sei er durch ihre Geburt abermals geboren worden.

Elias (André Eisermann), mittlerweile noch ein wenig älter, nun im Jünglingsalter, hat das absolute Gehör und improvisiert heimlich an der defekten Orgel im Dorf Stücke. Dabei hilft ihm sein Kindheitsfreund Peter (Ben Becker), der sich als Balgtreter gerne zur Verfügung stellt, einerseits um Elias nahe zu sein, andererseits, weil er an den musikalischen Durchbruch von Elias glaubt.


Hat man in den Szenen, die sich mit der Kindheit von Elias befassen, die Brutalität der Erwachsenen, sei es der Eltern oder des Lehrers erleben müssen, all die Lieblosigkeit in einer trostlosen Gegend, in der die Menschen im Schmutz und nur durch schwerste Arbeit ihr Leben fristen können, lernt man nun drei liebende Menschen kennen, die aufgrund ihrer Sprachlosigkeit ihr Gefühlsleben nicht kommunikativ vermitteln können.


 
Das schöne Mädchen Elsbeth liebt Elias und er liebt es auch, kann es ihm aber nicht vermitteln. Peter liebt Elias ebenfalls, ist eifersüchtig auf seine Schwester und ist bereit diese zu töten, um Elias für sich alleine zu haben...

Die musikalische Begabung von Elias wird, obschon ihm dies gleichgültig ist, entdeckt. Er hat Gelegenheit vor großem Publikum in der Stadt sein Können vorzutragen. Die Zuhörer sind nach anfänglicher Skepsis begeistert, doch Elias hat nach dem Vortrag abermals für nichts anderes Sinn als für seine große Liebe Elsbeth.

Sein Können ist für ihn nur wichtig, um nonverbal seiner Liebe Ausdruck zu verleihen. Elsbeth spürt dies, doch die Situation ist mittlerweile viel zu verfahren, als dass ein Happy-End noch in Aussicht stehen könnte...

Elias möchte nicht mehr leben, obschon ihm aufgrund seiner Begabung die Welt offen steht. Ohne Elsbeth hat das Leben, auch wenn er erfolgreich ist, keinen Sinn. Elias ist überzeugt, dass jedem Menschen ein einziges Herzens-Du vorbestimmt ist und er nur mit diesem sich ganz fühlen kann. Die Zerrissenheit lässt ihn verzweifeln......

Die Orgelmusik des Komponisten Norbert Jürgen Schneider im Film verdeutlicht die unglaubliche intensive Gefühlswelt von Elias, dessen Einsamkeit zu Tränen rührt. 

Der Film besticht durch die Darstellung ganz großer Emotionen, die jenseits von kitschiger Seichtheit angesiedelt sind.

Das Bonusmaterial enthält Interviews mit Joseph Vilsmaier, Robert Schneider, vielen Schauspielern und den Musikern. Hier wird klar, wie beschwerlich die Entstehung des Films war.
Die Bild- und Tonqualität sind gut.


Laufzeit: 127 Minuten
Sprache: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Empfehlenswert.

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 http://www.zweitausendeins.de/filme.html

Rezension:Der junge Törless - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1966 (DVD)

Regisseur dieses hervorragenden Schwarz-Weiß Filmes aus dem Jahre 1966 ist Volker Schlöndorff. Er ist einer der bedeutendsten und international erfolgreichsten Vertreter des deutschen Films. Schlöndorff soll literarische Vorlagen generell einem Drehbuch gleich als dramaturgisches Gerüst nutzen. Was den vorliegenden Film anbelangt, stimmt dies auf jeden Fall.

Man hat Gelegenheit der DVD- Hülle Näheres zum Leben und Schaffen der Regisseurs zu entnehmen, bevor man sich Volker Schlöndorffs kongeniale Robert-Musil-Adaption ansehen und auf sich wirken lassen kann.

Die Filmhandlung spielt in einem k.und k. Knabeninternat. Der Schüler Basini (Marian Seidowsky) hat Schulden bei einem seiner Mitschüler Reiting (Alfred Dietz) und wird von diesem daraufhin bedroht. Aus Angst vor den Konsequenzen begeht er einen Diebstahl, den Reiting ihm nachweist und ihn daraufhin erpresst, seelisch foltert und sexuell misshandelt. Mitwisser der Misshandlungen sind die Mitschüler Beineberg (Bernd Tischer) und der junge Törless (Mathieu Carrière), die aus unterschiedlichen Motiven das Geschehen nicht den Lehrern melden.

Thematisiert wird dazu nicht nur der Sadismus Reitings, sondern auch die Angst seines Opfers vor Lehrern und Eltern, der aus dieser Angst heraus es vorzieht, von seinem Mitschüler gepeinigt zu werden. Gezeigt wird die Gefühlskälte der Mitwisser Beineberg und Törless, die sich letztlich an der Pein weiden, sich aber vor sich selbst, intellektuell geschickt zu exkulpieren wissen. Beide sind nicht in der Lage dem Opfer zu helfen. Beide machen sich eindeutig zu Mittätern.

Als Basini sich in seiner ausweglosen Situation schließlich an seine Lehrer wenden möchte, wird er auf Betreiben Beinebergs und Reitlings seitens des Klassenverbandes gelyncht. Wie eine Meute reagiert, wenn man sie entsprechend manipuliert, wird in diesem Film sehr gut verdeutlicht. Wer schon ein wenig länger auf dieser Welt lebt, weiß, dass man die Masse immer zu allen Schandtaten bewegen kann und es dabei keine Frage ist, wie intelligent oder wohlerzogen die einzelnen Personen der Masse sind. Nur das Mitgefühl kann Menschen daran hindern, sich dem Treiben einer wildgewordenen Meute nicht anzuschließen. Bei Törless erwacht dieses Mitgefühl plötzlich und lässt ihn Abstand nehmen. Wenn auch nicht so, wie man erhofft...

Ein sehr nachdenklich stimmender Film, der die Abgründe der Menschen zeigt und mir einmal wieder verdeutlicht hat, dass weder eine so genannte gute Herkunft, noch überdurchschnittliche Intelligenz ein Gradmesser für positive Interaktionsbereitschaft ist, sondern einzig ein mitfühlendes Herz.

Mathieu Carrière bleibt in der Rolle des jungen  Törless unvergesslich.


Laufzeit: 84 Minuten. Sprache: Deutsch
Empfehlenswert.


Helga König

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Rezension:Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika (DVD)

Dieser beeindruckende Film des Regisseurs Gavin Millar thematisiert das Leben und Wirken des Philosophen, Arztes, Theologen und Organisten Albert Schweitzer (1875-1965), einem der größten Humanisten des letzten Jahrhunderts.

Die Filmhandlung beginnt mit einer Szene aus dem Jahre 1949 in Gabun. Dort nämlich hatte Schweitzer (Jeroen Krabbé) in Lambaréné ein Krankenhaus 1913 gegründet und setze sich für die kranken Menschen Tag und Nacht ein, stets seiner Ethik "Ehrfurcht vor dem Leben" gerecht werden wollend.

Wenig später erlebt man Schweitzer in den USA. Er möchte dort Spenden sammeln für die Kranken von Lambaréné. Schweitzer trifft während der Reise seinen Freund Albert Einstein (Armin Rhode). Dieser bittet Schweitzer sich mit ihm gemeinsam gegen die Atombombe zu engagieren, doch Schweitzer zögert zunächst, weil er befürchtet, dass ein solches Engagement eine negative Wirkung auf sein Krankenhaus haben könnte. Er ist auf die Spenden aus den USA angewiesen.

Im Film wird sehr gut die Hatz der "McCarthy -Aera" dargestellt, die sowohl für Albert Schweitzer als auch für Einstein Gefahren mit sich brachte. Man versuchte die beiden Atombomben-Gegner in die kommunistische Ecke zu verorten, weil sie nicht ins ideologische Konzept, nicht zu den herrschenden Interessen passten. Die Verleumdungen dienten dazu, ihre Wortgewicht zu relativieren.

Gezeigt wird im Film auch Schweitzers Zuhause im Elsass, wo seine Familie die meiste Zeit lebte. Die Beziehung zu seiner Frau, die er seit Studienzeiten kannte, wird sehr gut beleuchtet und Schweitzers Charakter wird mit all seinen Facetten bestens im Film dargestellt. Dabei ist man durchaus nicht unkritisch, was Schweitzer anbelangt....

Vergessen wird nicht auf seinen Friedensnobelpreis hinzuweisen aber auch auf seinen Mut nach anfänglichem Zögern in punkto Protest im Hinblick auf die Atombombe.

Vielleicht hätte man noch ein wenig mehr über seine Philosophie und seine Bücher in die Dialoge einbinden können, aber letztlich wird durch das Tun Schweitzers, das sehr gut dargestellt ist, sein Denken dem Betrachter klar. Dieser Mann lebte den Humanismus, den er in Büchern zu Papier brachte. Das gibt es leider nicht oft.

In den Interviews wird der große Respekt aller Interviewten vor Schweitzer deutlich, einem Mann, bei dem Denken und Handeln eine Einheit bildeten und dessen ganzes Engagement dem Wohl seiner Mitmenschen galt.

Spieldauer 109 Minuten

Sprache : Deutsch

Untertitel für Hörgeschädigte : Deutsch.

Empfehlenswert.
 
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